Jahrhundert-Coup
VW ohne Verständnis für Brüderle-Kritik bei Porsche-Deal
Volkswagen übernimmt Porsche. Dabei nutzen sie ein Steuer-Schlupfloch. VW kontert die heftige Kritik von Rainer Brüderle.
Mit aller Schärfe hat VW auf die Kritik von FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle am Ausnutzen von Steuerschlupflöchern beim Porsche-Deal reagiert. "Wir haben nicht das geringste Verständnis für die Äußerungen von Herrn Rainer Brüderle im Zusammenhang mit angeblich entgangenen Steuerzahlungen bei der Schaffung des integrierten Automobilkonzerns", empörte sich VW-Konzernsprecher Stephan Grühsem. Die Aussagen des FDP-Politikers seien falsch und entbehrten jeder Grundlage.
"Jetzt von Steuertricks und Nachsicht der Finanzämter zu sprechen ist Populismus in Reinkultur", sagte Grühsem. Durch die beschleunigte Integration Porsches in den Wolfsburger Autokonzern fielen Steuern in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro an. Wäre der Sportwagenhersteller, wie ursprünglich geplant, erst 2014 integriert worden, wären hingegen kaum nennenswerte Steuerzahlungen angefallen, erklärte Grühsem wie zuvor bereits VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch.
Brüderle hatte gesagt, wenn Weltkonzerne mit solchen Steuertricks Milliarden an Steuern sparen könnten, müsse sich jeder Steuerzahler veräppelt fühlen. "Von so viel Nachsicht der Finanzämter können viele Handwerker nur träumen", sagte der frühere Bundeswirtschaftsminister dem "Handelsblatt" (Freitag). Die beiden Unternehmen nutzen bei der Komplettübernahme des operativen Geschäfts von Porsche durch VW ein umstrittenes Schlupfloch in der Steuergesetzgebung. Sie vermeiden dabei bis zu 1,5 Milliarden Euro Abgaben an den Staat. Brüderle dazu: "Das mag alles legal sein, zeigt aber, wie dringend wir ein einfacheres und gerechteres Steuerrecht brauchen."

















