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07.04.09

Hilfe für Autoindustrie

Abwrackprämie wird bei fünf Milliarden gedeckelt

Die Bundesregierung will die Abwrackprämie von 2500 Euro bis zu einem Gesamtvolumen von fünf Milliarden Euro auszahlen. Die Prämie zur Ankurbelung des Auto-Absatzes soll zudem maximal bis Ende des Jahres gewährt werden. Mit der Aufstockung werde die Zahl der möglichen Förderfälle auf zwei Millionen erhöht.

© dpa
Abwrackprämie bis maximal fünf Milliarden Euro

Die Bundesregierung will die Abwrackprämie von 2500 Euro bis zu einem Gesamtvolumen von maximal fünf Milliarden Euro aufstocken. Damit kann der Kauf von insgesamt zwei Millionen Autos gefördert werden. Spätestens Ende des Jahres soll aber Schluss mit dieser staatlichen Subvention zur Ankurbelung des Auto-Absatzes sein. Darauf verständigte sich eine Ministerrunde unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstagabend in Berlin, wie Regierungssprecher Ulrich Wilhelm mitteilte. Das Kabinett will an diesem Mittwoch darüber entscheiden.

Bisher gingen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) 1,2 Millionen Anträge ein, was einem Gesamtvolumen der staatlichen Prämie von 3 Milliarden Euro entspricht. Zunächst waren nur 1,5 Milliarden Euro eingeplant. Nun sollen die Mittel also mehr als verdreifacht werden. Fünf Milliarden bedeuten, dass weitere 800 000 Anträge gestellt werden können. Wilhelm sagte, fünf Milliarden seien die "endgültige Obergrenze". Die Prämie sei das erfolgreichste Instrument des Konjunkturpakets II. Ein Teil der staatlichen Subvention fließt über die 19-prozentige Mehrwertsteuer in die Kassen von Bund, Ländern und Gemeinden zurück.


Laut Wilhelm nahmen neben der Kanzlerin an der Runde auch SPD- Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier, Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) sowie Kanzleramtschef Thomas de Maizière teil. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sei telefonisch aus Moskau zugeschaltet gewesen. Zudem seien die Fraktionsspitzen von der Vereinbarung in Kenntnis gesetzt worden. Das Bundeskabinett will an diesem Mittwoch die entsprechende gesetzliche Änderung im Konjunkturpaket II auf den Weg bringen. Guttenberg will dann über den aktuellen Stand bei der Abwrackprämie unterrichten.

In den Genuss dieser Prämie kommen Autofahrer, die ein mindestens neun Jahre altes Fahrzeug mindestens ein Jahr besitzen, dieses verschrotten lassen und sich stattdessen einen Neu- oder Jahreswagen zulegen.

Unterdessen wird die Prämie immer häufiger nicht nur als Subvention und Konjunkturhilfe für die Autoindustrie kritisiert, sondern wegen des fehlenden Klimaschutzes-Anreizes. Deshalb sollte die Zahlung der Prämie sofort eingestellt werden, forderte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Der Geburtsfehler, die Prämie nicht an Umweltkriterien zu koppeln, sei nicht reparabel, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Der Vorteil für Importautos zeige, dass deutsche Hersteller die Kundenwünsche nach sparsamen und preiswerten Autos nicht länger ignorieren dürften.

Die Abwrackprämie hat allerdings auch den freien Fall der deutschen Premiumhersteller im März abgebremst. Daimler, BMW, Audi und Porsche, die zuletzt mit drastischen Absatzeinbrüchen zu kämpfen hatten, meldeten zumindest eine Besserung der Lage. Zwar monieren die Premiumhersteller nach wie vor, die Prämie komme vorwiegend den Massenherstellern zugute, die Stimmung beeinflusse sie aber positiv. Audi und Porsche registrierten höhere Verkaufzahlen, BMW bewegte sich annähernd auf Vorjahresniveau und bei Daimler fiel das Minus zumindest nicht mehr so deutlich aus wie in den Vormonaten.

Quelle: dpa/Reuters/ws
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