Verbraucher
Kunden zahlen trotz Gaspreissenkung mehr
Trotz der Gaspreissenkung zum 1. April dieses Jahres erhöhen offenbar viele Versorger die monatlichen Abschläge für ihre Kunden. Defacto geben die Kunden den Anbietern damit einen kostenlosen Kredit. Verbraucherschützer empfehlen daher, die Abschläge selbst auszurechnen und weniger zu bezahlen.
Viele Gaskunden müssen nach den Worten von Verbraucherschützern trotz sinkender Preise höhere Abschläge zahlen. Die Versorger hätten anhand der hohen Preise des Winters die Abschläge berechnet, die nun ein Jahr gültig seien, sagte der Leiter der Verbraucherzentrale Hamburg, Günter Hörmann, der Nachrichtenagentur AP. Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, dass viele Kunden höhere monatliche Abschläge zahlen sollen, obwohl rund 500 Gasanbieter zurzeit die Preise senken.
Die Abschlagszahlungen dürfen nicht dazu genutzt werden, ungerechtfertigte Zinsgewinne zu erwirtschaften", sagte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) dem Blatt. Verbraucherschützer Hörmann sprach von einem kostenlosen Kredit zulasten der Kunden.
Angemessenen Abschlag selbst ausrechnen
Hörmann riet Kunden, den Jahresverbrauch auf der Rechnung mit dem aktuellen Arbeitspreis zu multiplizieren, die Grundgebühr dazu zu rechnen und das Ganze durch 12 zu teilen. Dies ergebe einen Anhaltspunkt für einen angemessenen Abschlag als Verhandlungsbasis mit dem Anbieter. "Nach meiner Erfahrung sind die meisten Versorger einverstanden", sagte Hörmann. Es sei offensichtlich Kalkül der Gaslieferanten, dass sich die meisten Verbraucher nicht wehrten.
"Viele Gasversorger bieten zu den aktuellen Preisentwicklungen Beratungsmöglichkeiten", sagte Hildegard Müller, Chefin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Diese solle man nutzen. Bei den Abschlagszahlungen müsse aber auch berücksichtigt werden, dass wegen des kalten Winters der Gasverbrauch insgesamt gestiegen sei.
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