16.06.12

Rajat Gupta

Insiderhandel — Ex-Goldman-Aufseher ist schuldig

Den noblen Aufsichtsratssaal tauscht der frühere Goldman-Aufseher Rajat Gupta wohl bald gegen eine Zelle. Ein Gericht befand den einstigen Wall-Street-Star in vier von sechs Anklagepunkten schuldig.

Foto: DAPD
Hedge Fund Insider Trading
Der ehemalige Aufsichtsrat von Goldman Sachs Rajat Gupta verlässt das New Yorker Gericht, das ihn wegen Insiderhandels schuldig gesprochen hat

Der frühere Goldman-Sachs -Aufseher Rajat Gupta ist von einem New Yorker Gericht des Insiderhandels schuldig gesprochen worden. Die Geschworenen sahen es am Freitag als erwiesen an, dass das frühere Verwaltungsratsmitglied in drei Fällen Wertpapierbetrug beging.

Der Entscheidung ging ein vierwöchiger Prozess voraus. Das Strafmaß soll am 18. Oktober verkündet werden.

Den Ermittlungen zufolge versorgte Gupta den Hedgefonds-Manager Raj Rajaratnam mit geheimen Informationen. Gupta soll etwa das Goldman-Investment des Milliardärs Warren Buffett auf dem Höhepunkt der Finanzkrise und Quartalszahlen von Procter & Gamble verraten haben.

Wegen Insiderhandel verurteilt

Rajaratnam wurde bereits im vergangenen Jahr wegen Insiderhandel verurteilt und sitzt eine elfjährige Haftstrafe ab. Gupta hat die Vorwürfe stets von sich gewiesen.

Der Fall Rajaratnam war einer der größten Hedgefonds-Skandale an der Wall Street in den vergangenen 30 Jahren. Der Justiz gingen bereits etliche andere ehemalige Börsenhändler, hochrangige Manager und Anwälte ins Netz, die börsenrelevante Informationen austauschten.

Die Beteiligten wussten immer den entscheidenden Moment früher als der restliche Markt über Quartalsberichte oder interessante Fusionspläne von Unternehmen wie IBM, Google oder Intel Bescheid.

Quelle: rtr/fp/fbr
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Skandale bei Banken
  • ALLFIRST

    Nicht ganz die Größenordnung der anderen Bankenskandale erreicht die Betrugsaffäre beim größten irischen Geldinstitut Allied Irish Bank (AIB) 2002. Devisenhändler John Rusnak verschleierte Verluste von 691 Millionen Dollar durch Scheingeschäfte. Er bekommt eine Haftstrafe von sieben Jahren und muss der Bank den Schaden ersetzen.

  • SUMITOMO

    Nur wenige Monate später, im Juni 1996, stürzen Verluste von 2,6 Milliarden Dollar am Kupfermarkt das japanische Handelshaus Sumitomo in die Krise. Der für den Kupferhandel zuständige Abteilungsleiter Yasuo Hamanaka häufte die Verluste über Jahre hinweg durch dubiose Geschäftspraktiken an. Er wird wegen Betrugs und Dokumentenfälschung zu acht Jahren verurteilt.

  • SOCIÉTÉ GÉNÉRALE

    Für den größten Verlust, den je eine Bank erlitt, ist der französische Skandalhändler Jérôme Kerviel verantwortlich. Seine Spekulationsgeschäfte, die 2008 auffliegen, kosten die zweitgrößte französische Bank knapp fünf Milliarden Euro. Kerviel wird deshalb im Herbst 2010 zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Außerdem muss er seinem früheren Arbeitgeber die enorme Summe zurückerstatten, die er verzockte.

  • BARINGS

    Die älteste britische Geschäftsbank geht im Februar 1995 pleite, weil der Aktienhändler Nick Leeson riskante Geschäfte mit Derivaten betreibt und seinem Arbeitgeber dadurch Verluste in Höhe von 1,3 Milliarden Pfund (heute rund 1,5 Milliarden Euro) beschert. Er wird zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt, von denen er vier Jahre absitzen muss. Sein Bestseller „Das Milliarden-Spiel. Wie ich die Barin gs-Bank ruinierte“ wird mit Ewan McGregor verfilmt.

  • DAIWA

    Ebenfalls 1995 verliert die Daiwa-Bank, eines der größten japanischen Kreditinstitute, durch unerlaubte Geschäfte eines Angestellten in New York 1,1 Milliarden Dollar. Toshihide Iguchi bekommt vier Jahre Gefängnis, die Bank muss ihre Aktivitäten in den USA einstellen.

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