Konzernmutter
GM will Milliarden in Opel investieren – aber wo?
General Motors hat neue Modelle für die europäische Tochtermarke Opel angekündigt. Doch die Frage ist: Wird das Bochumer Werk davon profitieren – oder wegen "Überkapazitäten" schließen müssen?
Der Vorstandsvorsitzende des Autobauers General Motors (GM), Dan Akerson, hat Milliardeninvestitionen bei Opel angekündigt, strebt aber zugleich Kapazitätsabbau "wann und wo möglich" an. Zudem sollten Synergien aus der Allianz mit Peugeot genutzt und dazu Gespräche mit den Gewerkschaften geführt werden, sagte Akerson auf der GM-Hauptversammlung.
"Wir unterstreichen unser Engagement für Opel, indem wir Milliarden in neue Modelle wie den Mokka investieren", kündigte Akerson an. "Wir tätigen diese Investition, obwohl wir Überkapazitäten und hohe Fixkosten in der Region angehen."
Der neue Opel Astra werde künftig in zwei Werken mit drei Schichten anstelle in drei Fabriken gebaut. Die neue Allianz mit Peugeot solle helfen, Beschaffungskosten zu senken und die Logistik zu straffen.
Akerson betonte, dass es bei der von ihm entworfenen globalen Wachstumsvision für GM Risiken gebe. Ein Risikofaktor sei die Rezession in Europa, die Probleme wie Überkapazitäten verschärfe.
Bereits vor der Hauptversammlung hatte Akerson erklärt, GM komme bei der Sanierung des verlustträchtigen Europageschäfts um die Tochtergesellschaft Opel voran. "Wir machen einige Fortschritte bei unseren Gesprächen über die Anpassung der Kapazitäten an die Nachfrage", sagte er im Fernsehsender CNBC.
Keine Einzelheiten zu Gesprächen mit Gewerkschaften
Akerson erinnerte an die Einigung mit den Gewerkschaften in England und Polen, sowie an Gespräche mit der IG Metall in Deutschland. Er nannte aber keine Einzelheiten.
GM macht seit zehn Jahren Milliardenverluste in Europa und muss seine Produktionskapazität reduzieren. Zuletzt hatte der Konzern ein Werk in Antwerpen geschlossen. Seitdem ist die Nachfrage nach Modellen von Opel und der Schwestermarke Vauxhall aber weiter gefallen. Allein im wichtigsten Markt Deutschland wurden im Mai elf Prozent weniger Opel-Fahrzeuge verkauft.
Das Werk in Bochum gilt daher als von der Schließung bedroht. Der Opel-Aufsichtsrat will am 28. Juni über ein Sanierungsmodell beraten. Erst vor wenigen Wochen hatte GM beschlossen, die Produktion des wichtigsten Modells Astra aus dem Hauptwerk Rüsselsheim nach England und Polen zu verlagern.


















