Sabotage-Verdacht
Deutsche Bahn gibt Löschung von Streik-Mails zu
Während des Lokführerstreiks im Jahr 2007 hat die Deutsche Bahn nicht nur den E-Mail-Verkehr der Lokführer-Gewerkschaft GDL überwacht, sondern auch unliebsame Nachrichten gelöscht. So konnten die Informationen ihre Empfänger niemals erreichen. Die Bahn hat die Löschung jetzt zugegeben und präsentiert eine ganz eigene Erklärung.
Die Bahn hat während der Streiks im Jahr 2007 E-Mails der Lokführergewerkschaft GDL überwacht und gelöscht. Einen entsprechenden Bericht des "Spiegel" bestätigte ein Konzernsprecher der Nachrichtenagentur AFP. "Die Benutzung des Hauspostsystems durch die GDL für Streikaufrufe war rechtswidrig", sagte der Bahn-Sprecher zur Begründung. Durch die Massenmails der GDL habe es Probleme beim hausinternen Mailserver gegeben. Daraufhin sei entschieden worden, die E-Mails zu löschen. Der Bahn-Sprecher wollte keine Angaben dazu machen, wer diese Entscheidung getroffen hat.
Laut "Spiegel" hatten die Sonderermittler zur Aufklärung der Spitzel-Vorwürfe gegen den Konzern im Bahn-Aufsichtsrat vom Löschen zweier Streikinformationsschriften berichtet. Dem Bericht zufolge wunderten sich die Funktionäre der GDL zwar, dass ihre Mails nie ankamen. Richtig stutzig geworden seien sie jedoch erst Monate später nach dem Erscheinen der ersten Berichte über die Bahn-Spitzelaffäre.
Daraufhin habe die GDL Bahn-Chef Hartmut Mehdorn zur Rede gestellt. Der Korruptionsbeauftragte der Bahn, Wolfgang Schaupensteiner, habe damals versichert, dass zu keinem Zeitpunkt Funktionsträger der GDL ausgeforscht worden seien.
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