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28.03.09

E-Mails gelöscht

Bahn soll Lokführer-Streik sabotiert haben

Um den Lokführer-Streik im Jahr 2007 zu behindern, hat die Deutsche Bahn E-Mails der Lokführergewerkschaft GDL an die Lokomotivführer nicht nur gelesen, sondern offenbar auch gelöscht. Das Ziel: Die Streik-Informationsschriften sollten ihre Adressaten nie erreichen. Doch die GDL-Funktionäre wurden erst lange Zeit später stutzig.

© DDP
Hartmut Mehdorn und Lokführer
Die Bahn soll den Streik der Lokführer sabotiert haben

Die Deutsche Bahn hat einem Medienbericht zufolge auch den E-Mail-Verkehr von Mitgliedern der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) sowie von Mitarbeitern von Bundestagsabgeordneten und Verkehrsexperten überwacht. Während des Lokführer-Streiks 2007 seien zwei Streikinformationsschriften an die Lokomotivführer durch die Bahn nicht nur gelesen, sondern auf Anweisung des sogenannten Initiativkreises Arbeitskampf sogar gelöscht worden, berichtete das Hamburger Nachrichtenmagazin "Spiegel". Das hätten die Sonderermittler, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und die ehemaligen Bundesminister Herta Däubler-Gmelin und Gerhard Baum, dem Aufsichtsrat am Freitag mitgeteilt.

Die GDL-Funktionäre hätten sich damals gewundert, doch erst nach ersten Berichten über die Spitzelaffäre seien sie stutzig geworden, hieß es weiter. Daraufhin stellten sie Bahnchef Hartmut Mehdorn schriftlich zur Rede. Sie wollten wissen, ob es sein könne, dass die Bahn Fremdfirmen beauftragt habe, die Telefone von GDL-Funktionären zu überwachten. Der Korruptionsbeauftragte der Bahn, Wolfgang Schaupensteiner, antwortete dem Magazin zufolge, dass zu keinem Zeitpunkt "Funktionsträger der GDL ausgeforscht worden" seien.

keywordsVon den Bespitzelungen innerhalb des Projekts "Leakage", bei dem täglich 145.000 E-Mails konzernintern gefiltert worden seien, waren nach "Spiegel"-Angaben auch Mitarbeiter von Bundestagsabgeordneten und Verkehrsexperten, die im Auftrag des Bundes arbeiteten, betroffen. Die Überwachungen seien erst im Oktober 2008 gestoppt worden, Monate nachdem die ersten Massendatenabgleiche bei der Bahn öffentlich geworden waren.

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