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25.03.09

Ausbildungskosten

Hier bekommen Studenten den billigsten Kredit

Bildung ist ein teures Vergnügen. Wer nach dem Abitur studieren will, braucht entweder ein gutes finanzielles Polster, zahlungskräftige Eltern oder einen lukrativen Nebenjob. Auch ein Studienkredit kann helfen. Doch Experten warnen: Studenten sollten nicht mehr Geld als unbedingt nötig leihen.

© dpa
Studieren kann ganz schön ins Geld gehen. Aber wer sich informiert, kann einiges sparen.

Der erste Bafög-Bescheid treibt vielen Studienanfängern die Tränen in die Augen: Obwohl die Eltern keine Reichtümer angehäuft haben und nicht zu den Besserverdienenden im Lande gehören, tendiert die staatliche Studienförderung gegen Null. "Der Bescheid war ein echter Schock", sagt Pädagogikstudentin Kristin S. aus Mannheim. "Gerade mal hundert Euro bekomme ich." Und der Rest wächst auch nicht an den Bäumen. Jobben kann die 21-Jährige nur während der Semesterferien, denn in der Vorlesungszeit ist der Stundenplan ihres Masterstudiengangs straff organisiert. Um tatsächlich studieren zu können, half ihr nur ein Studienkredit.

Zur Vollfinanzierung nicht geeignet

Zwischen 563 und 1044 Euro brauchen Studierende monatlich für ihren Lebensunterhalt, wird in der 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes festgestellt. Selbst der Bafög-Höchstsatz von 643 Euro kann da schon knapp werden. Den bekommen aber die meisten Bafög-Empfänger nicht.

Vielen Studenten bleibt darum nur eine Möglichkeit: Sie müssen sich Geld von der Bank leihen, um ihr Studium zu finanzieren. Doch so genannte Studienkredite sind nach einhelliger Meinung von Experten die schlechteste Möglichkeit, ein Studium zu bezahlen. Zur Vollfinanzierung sei ein Kredit nicht empfehlenswert, sagt der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerkes, Achim Meyer auf der Heyde. "Studienkredite sollten als Zwischenfinanzierung dienen", meint er. "Bevor man einen Kredit aufnimmt, muss man einen knallharten Kosten- und Finanzierungsplan aufstellen."


Ein Finanzierungsplan ist nun nicht gerade das, was sich die Akademiker in spe vom lockeren Studentenleben versprochen haben. Doch wer nicht am Ende des Studiums auf einem riesigen Berg Schulden sitzen will, muss mit spitzem Bleistift rechnen. Denn als Berufsanfänger kann die Schuldenlast schwer drücken: Je nach Kreditinstitut muss spätestens zwei Jahre nach dem Ende des Studiums mit der Rückzahlung begonnen werden. Ausnahmen gibt es nur, wenn der Kreditnehmer Hartz IV bekommt, schwer krank ist oder in Elternzeit geht.

Auf die Finessen achten

Auf den Internetseiten der KfW-Förderbank, die bundesweit relativ zinsgünstige Studienkredite über zahlreiche Partnerbanken vertreibt, gibt es einen Rechner, der mit Angaben zu Einnahmen und Ausgaben gefüttert werden kann, um den tatsächlichen Kreditbedarf zu berechnen. Die generelle Empfehlung lautet: Zuerst sollten alle anderen Finanzierungsquellen ausgeschöpft werden, erst dann kommt ein Kredit in Frage. Dazu gehöre es, auf jeden Fall einen Bafög-Antrag auszufüllen, auch mit dem Wissen, dass möglicherweise nicht viel dabei herauskommt, sagt Kerstin Backofen, Redakteurin bei Finanztest. Die Konditionen der Banken, die Studienkredite anbieten, sind vielfältig. Die Zinsen sind derzeit zumeist günstig. Allerdings ist es wichtig, sich genau zu erkundigen, ob es Einschränkungen gibt. Manche Banken finanzieren erst nach dem Vordiplom, andere fördern nur bis zu einer bestimmten Summe monatlich oder haben ein Höchstalter für den Antragsteller festgelegt.

Bei jedem Studienkredit sollten Studierende darauf achten, ob der Kredit ins Ausland mitnahmefähig ist, empfiehlt Backofen.

Zum anderen ist es wichtig, die Zinsmodalitäten genau zu prüfen. Es gibt Kredite, die einen variablen Zins in der Auszahlungsphase haben und einen festen bei der Rückzahlung. "Da muss man auf die Finessen achten", rät Backofen. "In jedem Fall muss das Angebot transparent sein." Einlassen sollte man sich nur auf einen Kredit, dessen Zinssatz, wenn schon nicht festgelegt, mindestens gedeckelt ist. Das heißt, dass eine Zinsobergrenze festgelegt ist, die nicht überschritten werden darf. Bei der KfW liegt diese Grenze derzeit bei nominal 9,2 Prozent und steht für 15 Jahre fest. Außerdem könnten anpassungsfähige Raten wichtig sein, sagt Finanzexpertin Backofen.

Studentenwerk rät zur Bewerbung für Stipendien

Das Deutsche Studentenwerk rät Studierenden zudem, sich bei Begabtenförderungswerken um ein Stipendium zu bewerben.

Zwar werden der jüngsten Sozialerhebung zufolge nur zwei Prozent der Studierenden durch ein Stipendium gefördert, aber: "Die Möglichkeiten haben sich verbessert", sagt Studentenwerk-Generalsekretär Meyer auf der Heyde. Eine Empfehlung brauche man nun nicht mehr, sondern könne sich selbst bewerben. "Besonders für Kinder aus einkommensschwächeren Familien sind die Chancen gestiegen."

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