Gehalt
Ab März bekommen Steuerzahler mehr Netto
Montag, 30. März 2009 13:23 - Von Barbara BrandstetterAb März 2009 können sich viele Steuerzahler über ein Plus beim Nettoeinkommen freuen. Denn die Steuersenkungen aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung kommen jetzt bei den Arbeitnehmern an. Morgenpost Online rechnet vor, wie viel Geld das bringen kann.
Der Blick auf die Gehaltsabrechnung für März 2009 wird viele Steuerzahler freuen. Denn unterm Strich bekommen viele Arbeitnehmer in diesem Monat deutlich mehr ausgezahlt. Je nach Einkommen werden bis zu 85 Euro mehr überwiesen. Die Extra-Zahlung ist eine Folge des Konjunkturpakets der Regierung. Union und SPD hatten zu Jahresbeginn beschlossen, den Grundfreibetrag zu um 170 Euro auf 7834 Euro erhöhen. Zudem wurden die Eckewerte für einzelne Steuertarife um 400 Euro angehoben und der Eingangsteuersatz von 15 auf 14 Prozent abgesenkt. Diese Maßnahmen gelten rückwirkend ab dem 1. Januar.
Ein Beispiel: Ein verheirateter Arbeitnehmer mit einem Kind und einem monatlichen Einkommen von 5000 Euro kann sich im März über 58,14 Euro mehr in der Tasche freuen. Wer 10.000 Euro verdient, erhält unterm Strich sogar 85,14 Euro mehr. "Doch die üppige Zahlung gibt es nur im März", warnt Steuerexpertin Spargen.
Ab April schrumpft die monatliche Ersparnis dann je nach Einkommen und Familiensituation. So erhält der verheiratete Arbeitnehmer mit einem Kind dann gerade noch eine Ersparnis von 19,38 Euro im Monat. Der Arbeitnehmer, der 10.000 Euro verdient, kann im Monat dann noch gerade einmal 28,38 Euro mehr ausgeben.
Doch ab Juli haben dann zumindest die gesetzlich Versicherten noch ein wenig mehr in der Tasche. Denn dann wird der Beitragssatz für die gesetzliche Krankenversicherung von derzeit 15,5 Prozent um 0,6 Prozentpunkte auf 14,9 Prozent abgesenkt. Der allgemeine Beitragsatz, den sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer dann teilen, beträgt dann 14 Prozent. Den Sonderbeitrag in Höhe von 0,9 Prozent müssen die Versicherten auch nach dem 1. Juli aus der eigenen Tasche finanzieren.
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Ab Juli 2009 hat der Familienvater dann 30,40 Euro mehr in der Tasche, der Topverdiener kann 39,40 Euro mehr ausgeben. Um die Ersparnis für die Versicherten zu finanzieren, erhöht die Regierung den Bundeszuschuss an die gesetzliche Krankenversicherung im laufenden Jahr um 3,2 Milliarden Euro. "Kommt die Kasse jedoch mit dem Geld nicht aus, kann sie von ihren Versicherten einen Zusatzbeitrag erheben", sagt Peter Kauth, Steuerexperte beim Internetportal Steuerrat24.de. Der Zusatzbeitrag kann bis zu einem Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen betragen. 2009 liegt der maximal zu zahlende Betrag demnach bei 36,75 Euro im Monat.
2009 erhalten Familien, die für ihren Sprössling Kindergeld erhalten, zudem einen einmaligen Kinderbonus in Höhe von 100 Euro. "Die Extrazahlung erhalten auch Eltern, die 2009 gerade einmal einen Monat Anspruch auf Kindergeld hatten", sagt Kauth.
Von dem Extrabonus profitieren Besserverdiener jedoch nicht. "Ab einem zu versteuernden Einkommen von 74.000 Euro bei Verheirateten und 37.000 Euro bei Alleinerziehenden wird der Bonus komplett mit der Steuererstattung verrechnet", sagt Kauth.
Denn bei der Steuererklärung verrechnen die Finanzbeamten das Kindergeld mitsamt dem Kinderbonus, also 1968 Euro plus 100 Euro mit dem Steuervorteil aus dem Kinder- und BEA-Freibetrag in Höhe von 6024 Euro. "Und das führt letztendlich dazu, dass der Staat den Bonus ganz oder teilweise wieder kassiert", sagt Kauth. Von dieser Regelung profitieren daher vor allem Familien mit geringerem Einkommen und mehreren Kindern.

Erschienen am 25.03.2009
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