23.03.2012, 13:27

Aufholjagd Immer mehr Frauen gehören zu den Besserverdienern

Foto: dpa

Fast jede dritte Frau hat 2010 mehr als 3000 Euro brutto verdient, 2005 war es nur jede fünfte. Zu den Männern klafft jedoch noch eine Lücke.

Immer mehr Frauen gelingt der Sprung in die Gruppe der Besserverdienenden. Trotzendem haben Frauen in diesem Punkt im Vergleich zu Männern noch immer einen großen Nachholbedarf , geht aus jüngsten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) zum Equal Pay Day hervor.

Danach lag der Anteil der Frauen mit einem monatlichen Bruttomonatsverdienst von mehr als 3000 Euro im Jahr 2010 bei knapp 29 Prozent. Noch vor sieben Jahren hatte es nur jede fünfte Frau in diese Gehaltsgruppe geschafft, geht aus den BA-Zahlen hervor.

Dagegen gehörte im Jahr 2010 jeder zweite Mann zu den Besserverdienenden; im Jahr 2003 hatten lediglich gut 40 Prozent ein Einkommen von mehr als 3000 Euro bezogen. Entsprechend sank der Anteil der Männer mit einem mittleren Monatsverdienst zwischen 2000 und 3000 Euro. Mit 30 Prozent ist der Anteil von Frauen und Männern mit einem mittlerem Einkommen inzwischen nahezu identisch.

Deutliche Unterschiede bestehen den BA-Zahlen zufolge weiterhin bei den unteren Einkommen. Von den im Jahr 2010 rund 7,46 Millionen regulär versicherten Frau mit einem Vollzeitjob, verdienten laut Bundesagentur 40,5 Prozent monatlich bis zu 2000 Euro. Vor sieben Jahren waren es allerdings noch knapp 45 Prozent gewesen. Dagegen mussten sich 2010 von den 13 Millionen Männern mit einem Vollzeitjob lediglich 21,3 Prozent mit höchstens 2000 Euro begnügen.

Dabei ist nach einem Bericht der "Saarbrücker Zeitung"in den alten Bundesländern der Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern mit einer Vollzeitbeschäftigung fast sechsmal größer als in den neuen Bundesländern. Das Blatt beruft sich dabei ebenfalls auf Zahlen der Bundesagentur. Danach verdienten Frauen im Westen Ende 2010 monatlich rund 23 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Im Osten lag der Lohnunterschied nur bei 4 Prozent.

Nach Einschätzung von DGB-Vize Ingrid Sehrbrock ist das deutlich geringere Lohngefälle im Osten nicht zuletzt auf die gute öffentliche Kinderbetreuung zurückzuführen. "Das besser ausgebaute Angebot an Kinderbetreuung in den ostdeutschen Bundesländern ermöglicht den Frauen dort, ihre Berufstätigkeit schneller wieder aufzunehmen und zwingt sie seltener, in Teilzeit zu verharren", sagte sie dem Blatt.

(dpa/cat)
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