24.03.09

Verzicht

AIG-Manager zahlen 50 Millionen an Boni zurück

Der öffentliche Protest zeigt Wirkung: Die Manager des schwer angeschlagenen US-Versicherungsriesen AIG werden Boni in Höhe von rund 50 Millionen Dollar zurückzahlen. Vor allem diejenigen mit den höchsten Zulagen sind nun zum Verzicht bereit. Ihre Namen sollen allerdings nicht genannt werden.

Foto: REUTERS
Demonstrators protest outside the Goldman Sachs building in New York
Ein Mann protestiert gegen die Boni-Zahlungen an AIG-Manager - wie es scheint hatte er Erfolg

Nach heftiger Kritik der Öffentlichkeit will eine Reihe führender Manager des schwer angeschlagenen US-Versicherungsriesen AIG ihre Boni zurückzahlen. Neun der zehn Manager mit den höchsten Zulagen hätten sich zur Rückzahlung bereit erklärt, von den Top 20 wollten 15 ihre Boni nicht behalten, teilte der New Yorker Staatsanwalt Andrew Cuomo mit. Nach seinen Schätzungen entspricht dies einem Betrag von 50 Millionen Dollar.

Die "New York Times" hatte zuvor berichtet, vor allem Manager aus der Sparte für Finanzprodukte wollten auf umstrittene Boni in Höhe von 30 Millionen Euro verzichten. Die Sparte gilt als hauptverantwortlich für die hohen Verluste des einstmals weltgrößten Versicherungskonzerns, den die Regierung mit Steuergeldern in Höhe von etwa 180 Milliarden Dollar vor der Pleite bewahrte.

Dass von den Geldern Mitte März noch mindestens 165 Millionen Dollar an Manager-Boni ausgezahlt wurden, hatte in den USA einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Das Repräsentantenhaus erließ in der vergangenen Woche eine 90-prozentige Strafsteuer für Manager von Unternehmen, die Staatshilfe erhalten. Die Zustimmung des US-Senats zu der Gesetzesvorlage gilt allerdings als fraglich. Cuomo bedankte sich bei den rückzahlungswilligen Managern für ihre Einsicht. Diese hätten richtig gehandelt und "dem Land gegeben, was es braucht".

AIG hatte Anfang März bekanntgegeben, am Ende des vergangenen Jahres den größten Verlust der US-Wirtschaftsgeschichte gemacht zu haben. Das Unternehmen verlor im vierten Quartal 2008 rund 61,7 Milliarden Dollar (rund 49 Milliarden Euro). Für das gesamte vergangene Jahr beläuft sich der Verlust auf knapp 100 Milliarden Dollar.

US-Finanzminister Timothy Geithner muss am Dienstag in der Affäre um Bonus-Zahlungen bei AIG im US-Repräsentantenhaus Rede und Antwort stehen. Kritiker halten Geithner unter anderem vor, er hätte die Zahlungen verhindern müssen. Der Staat hält immerhin inzwischen 80 Prozent der AIG-Anteile.

Präsident Obama hatte angekündigt, die Initiative gegen die Bonuszahlungen im Grundsatz zu unterstützen. Das Gesetzesvorhaben spiegele die berechtigte Empörung über die verschwenderischen Boni wieder. Allerdings wurden in der Regierung und im Kongress auch Vorbehalte gegen das geplante Gesetz laut. Jaret Bernstein, der Wirtschaftsberater von Vizepräsident Joe Biden, sprach von einem "gefährlichen Weg". Auch der Präsident sei wohl besorgt, dass der Entwurf zu weit gehe, sagte Bernstein.

100.000 Dollar für demokratische Partei

Im Staat New York berichtete die Republikanische Partei, die Demokraten dort hätten kurz vor Bekanntgabe der staatlichen Rettung für AIG eine Spende über 100.000 Dollar erhalten. Es war die größte Spende von AIG an die Demokraten seit 1999. Der Führer der Republikaner in New York, Joseph Mondello, warf der Regierung des Staates vor, sie verweigere eine Untersuchung zu dieser Spende.

Quelle: AFP/AP/gr/lw
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