Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
23.03.09

Energieversorger

Gaspreise sinken im April in Berlin um sechs Prozent

Hunderte Gasversorger, darunter auch die Berliner Gasag, reduzieren zum 1. April deutlich die Preise. Das kann für einen Vier-Personenhaushalt im Jahr eine Ersparnis von mehr als 400 Euro bedeuten. Auch ein Wechsel des Anbieters kann sich im Einzelfall lohnen. Verbraucherschützer erklären indes, wie man sich gegen höhere Abschläge wehren kann.

© dpa
Gaszähler in Düsseldorf
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - den Zählerstand besser selber ablesen

Mehr als zehn Millionen Gaskunden können in diesem Frühjahr endlich von sinkenden Gaspreisen profitieren. Für die meisten ist es ab 1. April soweit. Um bis zu 26 Prozent geben dann die Tarife nach Angaben der Vergleichsportale quer durch Deutschland nach. So planen insgesamt 487 Gasversorger ab April Preissenkungen von nochmals durchschnittlich 13,3 Prozent. "Neben den Großversorgern E.on, RWE, EnBW, EWE und der Berliner Gasag senken viele Anbieter im kommenden Quartal bereits zum zweiten Mal seit Jahresbeginn ihre Preise um bis zu 26 Prozent", erklärte Tarifexperte Thorsten Bohg von Toptarif . "Auch etliche Unternehmen, die bei den letzten Erhöhungsrunden im vergangenen Spätherbst und zum Jahreswechsel ausgesetzt hatten, folgen dem allgemeinen Trend zu günstigeren Gaspreisen."

Die Berliner Gasag reduziert zum 1. April die Tarife um mehr als sechs Prozent, teilte das Unternehmen mit. Damit würden gesunkene Einkaufskosten wegen niedrigerer Ölpreise an die Kunden weitergegeben. Bei gleichbleibenden Ölpreisen sei für 2009 sogar noch mit einer dritten Preissenkung zu rechnen. Bereits im Februar hatte die Gasag mit rund 600.000 Privatkunden in der Hauptstadt die Tarife um vier Prozent herabgesetzt. Die Senkung zum 1. April bedeute für einen Berliner Durchschnittshaushalt mit 12.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch eine Ersparnis von 57 Euro.

Damit aber die Entlastung auch tatsächlich im Geldbeutel der Verbraucher ankommt, raten Experten zur Wachsamkeit. "Jeder Gaskunde sollte seinen Zählerstand zum Stichtag 1. April zur Sicherheit selbst ablesen und ihn sofort seinem Gasversorger mitteilen", rät Beate Scharf, Energieexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. Vertrauen ist gut, Kontrolle besser: So sei gewährleistet, dass der billigere Tarif auch wirklich korrekt in der Jahresabrechnung berücksichtigt werde, betont Scharf. Möglich ist auch, den Zählerstand zusätzlich zu fotografieren und mit Datum versehen dem Versorger zuzuschicken.

Bei einer Tarifsenkung oder -erhöhung erfolgt normalerweise keine Ablesung der Zählerstände. Die bis zum Stichtag verbrauchte Gasmenge wird vom Versorger in der Regel nur geschätzt. Basis dafür sind jahreszeitliche Verbrauchsschwankungen.

Nach dem extrem kalten Winter bestehe die Gefahr, dass vom Versorger ein weit überdurchschnittlicher Verbrauch unterstellt werde, mahnt Rudolf Stürzer, Vorsitzender der Eigentümergemeinschaft Haus und Grund München, zu Vorsicht. Ob der Gaskunde beispielsweise in einem energetisch modernisierten Haus wohne, spiele bei der Schätzung keine Rolle.

Kommt die Jahresabrechnung ins Haus, stimme der vom Versorger geschätzte Verbrauch oft nicht mit dem tatsächlichen Verbrauch überein - "häufig zum Nachteil des Kunden", sagt Stürzer. Jeder Gaskunde, ob Mieter oder Vermieter, solle nicht nur selbst ablesen, sondern später auch nachprüfen, ob der mitgeteilte Zählerstand zum Tag der Preissenkung korrekt berücksichtigt wurde.

Das macht durchaus Mühe, die Jahresabrechnung ist reichlich kompliziert. Üblicherweise wird der jährliche Verbrauch des Gaskunden in monatliche Promillewerte aufgesplittet, je nach Jahreszeit. Danach wird in einem durchschnittlichen Januar (mit 170 Tausendstel) am meisten Heizenergie verbraucht, in den Sommermonaten am wenigsten (Juni, Juli, August mit zusammen 40 Tausendstel). "Genaues Hinsehen lohnt sich oft", ermuntert der Bund der Energieverbraucher zum Nachrechnen.

Ein Beispiel: Ein Gaskunde stellte fest, dass ihm rund 250 Euro zu viel berechnet worden waren. Er hatte elf Monate sein Gas zu einem Festpreis bezogen. Im zwölften Monat wurde der Tarif erhöht. Genau für diese - teureren - vier Wochen hatte der Versorger 62,74 Prozent des Jahresverbrauchs in Rechnung gestellt. Auf die günstigeren elf Monate waren die restlichen 37,26 Prozent verteilt worden. Die Aufteilung sei fehlerhaft gewesen, so der Energieverbraucherbund.

Ähnlich könne es nach dem harten Winter sein, gibt Stürzer von der Eigentümergemeinschaft zu bedenken. Weil sich die Heizperiode im April schon dem Ende zuneige, falle die Preisentlastung in der Jahresrechnung ohnehin schon kaum mehr ins Gewicht.

Beim Überprüfen der Jahresabrechnung helfen die Verbraucherzentralen vor Ort weiter. Die häufigsten Fehlerquellen seien unter anderem die Zuordnung eines falschen Tarifs oder Arbeitspreises, falsche Zählernummern oder auch Zahlendreher, so die Erfahrungen der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Und noch einen Tipp haben die Energieexperten parat: Schlägt der Versorger deutlich höhere monatliche Abschläge für 2009 vor, muss der Kunde das nicht unbedingt akzeptieren. Schließlich soll er aus purer Vorsorge zunächst einmal mehr Geld im Voraus überweisen. "Abschläge müssen verhältnismäßig sein", erklärt Verbraucherschützerin Scharf. Vor allem, wenn deutliche Preissenkungen wie jetzt im April anstehen. Einen Rechtsanspruch auf Korrektur hat man allerdings nicht.

Weichen die neuen Abschläge insgesamt um mehr als 15 Prozent von der letzten Gasrechnung ab, kann man den Versorger um Absenkung bitten, empfiehlt der Energieverbraucherbund. Um mögliche Nachzahlungen abzufedern, ist es ratsam, jeden Monat etwa 30 Euro auf das möglichst gut verzinste Sparkonto zu legen.

Wird die Rücklage nicht gebraucht, umso besser. Im Vergleich zur Vorkasse an den Versorger sei diese Vorgehensweise eindeutig das bessere Geschäft für die Kunden, meint auch der Deutsche Mieterbund.

Quelle: dma/AP
Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
Besucher testen neue Achterbahn im Belantis Park
Achterbahn im freien Fall

Immer rasanter: Neue Bahnen versprechen Schwerelosigkeit.

Video Nachrichten mehr
Assad-Regime Opferzahl nach Angriffen in Syrien steigt
Mitte Polizei sucht mit Bildern nach Angreifer vom Alex
Ausflugswetter Viel Sonne versüßt Deutschen das Pfingstfest
Käufersuche Eine Woche Galgenfrist für Schlecker
 
PromoTeaser_img.jpg
Urlaub an der See

Aktuelle Reisetipps für Ihren nächsten Deutschlandurlaub.mehr

Sommerkoll-klein.png
Sommer Trends

Lindner - Das sind die Sommer Trends 2012!mehr

bio10_onsite-teaser.jpg
Netzwerker

Für eine moderne Energieversorgung in Berlinmehr

 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Blücherplatz

Karneval der Kulturen mit Straßenfest eröffnet

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

DFB-Bundesgericht

Hertha kämpft gegen Sturz in die Zweite Liga

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote