11.12.2011, 09:17

Kooperation BMW und GM wollen Wasserstoff-Autos bauen

Vor drei Jahren hatte BMW eigene Feldversuche eingestellt.

Foto: AP

Vor drei Jahren hatte BMW eigene Feldversuche eingestellt. Foto: AP

Von Nikolaus Doll

Vor drei Jahren hatte BMW eigene Feldversuche mit Wasserstoff-Autos eingestellt. Nun plant BMW einen neuen Anlauf - zusammen mit General Motors. Der Opel-Mutterkonzerns soll sein Knowhow bei der Brennstoffzellen-Technik beisteuern.

Autos schnurren lautlos über die Straßen, manche tragen das Logo von BMW, andere das von Opel – aber unter der Haube ist dieselbe Technik. Zugegeben, das ist eine Vision, aber eine, die einige Aussicht hat, wahr zu werden.

Denn BMW und der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) verhandeln über eine enge Kooperation bei der Entwicklung von Modellen, die mit Brennstoffzellen angetrieben werden. "Wir führen derzeit mit BMW intensive Gespräche über eine Zusammenarbeit beim Thema Wasserstoff. Ziel ist es, eine Partnerschaft bei der Grundlagenforschung einzugehen", sagte ein GM-Sprecher der "Berliner Morgenpost".

Und bei der reinen Erforschung muss es ja nicht bleiben. Es sei nicht ausgeschlossen, dass man am Ende sogar gemeinsam an der Produktion der Brennstoffzellen arbeite, heißt es. Zur Motorshow in Detroit im Januar kommenden Jahres soll die Partnerschaft besiegelt werden.

BMW wollte sich nicht zu den Vorgängen äußern. In der Autoindustrie gibt es derzeit eine Welle von Kooperationen. Die Hersteller versuchen mit neuen Allianzen, bei der Erforschung, Entwicklung und der Produktion von alternativen Antrieben schneller als bislang voranzukommen. Vor wenigen Tagen hatte BMW bekannt geben, künftig eng mit Toyota zusammenzuarbeiten.

BMW kooperiert seit kurzem mit Peugeot

Auch dabei geht es um Grundlagenforschung, allerdings um Batterie-Entwicklung. Was Hybridfahrzeuge angeht, also Autos, die über einen Elektro- und Verbrennungsmotor verfügen, kooperiert BMW bereits seit kurzem mit Peugeot. Ein Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz in München soll in einem ostfranzösischen Werk ab 2015 Hybridkomponenten produzieren.

Was GM betrifft, geht es den Münchnern darum, bei den Wasserstoff-Autos einen wichtigen Schritt nach vorn zu machen. "Die Opel-Mutter liegt bei der Brennstoffzellen-Technik im internationalen Vergleich ganz vorne. Ähnlich weit sind nur Toyota oder Honda ", sagt ein Insider. Zwar arbeitet auch Daimler mit Volldampf an Brennstoffzellen-Autos, 2014 soll das erste Serienfahrzeug auf Basis der B-Klasse auf den Markt kommen.

Allerdings liegt es auf der Hand, dass BMW auf diesem für die Zukunft wichtigen Gebiet nicht mit seinem Erzkonkurrenten zusammenarbeiten will. Die Pläne von BMW und GM sehen vor, dass die Amerikaner ihre Brennstoffzellen-Technologie vorantreiben und sich die Deutschen an den Kosten beteiligen.

"Forschung und Entwicklung in diesem Bereich verschlingen riesige Summen. Das ist selbst für große Konzerne nur noch schwer zu stemmen. Daher ergeben Kooperationen durchaus Sinn, um die Kosten zu verteilen", so ein GM-Manager. Die Autobauer verfolgen aber mit ihrer Zusammenarbeit noch zwei weitere Ziele: Sie wollen damit sicherstellen, dass möglichst schnell hohe Stückzahlen bei Brennstoffzellenautos erreicht werden.

Produktionskosten sollen sinken

So sollen die Produktionskosten für die Fahrzeuge sinken und die Akzeptanz der Kunden steigen. Darüber hinaus geht es darum, im Verbund Druck auszuüben, damit die für wasserstoffgetriebene Autos nötige Infrastruktur forciert ausgebaut wird. Der Opel-Mutterkonzern beherrscht die Wasserstofftechnik soweit, "dass wir 2016 das erste Brennstoffzellenauto auf den Markt bringen könnten", wie ein GM-Manager sagt.

Seit Jahren betreibt der Konzern eine Testflotte, in Berlin sind zehn Opel HydroGen4 unterwegs, die von Firmen und Verbänden unterhalten werden. Darunter sind unter anderem der ADAC, Coca Cola oder die Hotelkette Hilton. BMW selbst verfügt zwar auch über Wasserstoff-Protypen, nutzt aber eine andere Technik: Die Münchner verwenden flüssigen Wasserstoff, der einen herkömmlichen Verbrennungsmotor antreibt.

"Wir wissen, dass das nicht die Technologie der Zukunft ist", sagt ein BMW-Manager. Durchsetzen wird sich wohl die Brennstoffzelle, die Wasserstoff in Strom für einen E-Motor umwandelt.

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