Autokrise
Der Opel-Chef hat einen Termin im Kanzleramt
Der Druck der Bundesregierung hat offenbar gewirkt. Opel-Europa-Chef Carl Peter Forster hat für Freitag ein Treffen mit Wirtschaftsminister zu Guttenberg und Kanzleramtschef Maizière im Bundeskanzleramt vereinbart. Zugleich spitzt sich die Lage beim US-Mutterkonzern General Motors weiter zu.
Das Bild zeigt das älteste überlieferte Opel-Zeichen. Selten gezeigte Bilder aus der Geschichte eines Autobauers:
Angesichts schleppender Fortschritte will die Bundesregierung die Verhandlungen über eine Rettung des Autobauers Opel stärker an sich ziehen. "Wir haben den Eindruck, dass da noch etwas mitgeholfen werden muss, um ein Konzept zu entwickeln", sagte Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) am Donnerstag im ARD-Morgenmagazin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schaltete sich in die Gespräche mit der Opel-Spitze ein.
Merkel führte ein Telefonat mit der Opel-Spitze, wie mit der Sache vertraute Kreise bestätigten. Nach einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" teilte Merkel der Unternehmensführung dabei unter anderem die Unzufriedenheit der Regierung mit dem bisherigen Rettungskonzept des Autobauers mit. Unionsfraktionschef Kauder sagte der ARD, die Spitzen der großen Koalition hätten bei ihren Beratungen in der Nacht zum Donnerstag vereinbart, dass die "Gespräche mit der Führung von Opel noch viel intensiver" werden müssten. Was bislang vom Unternehmen vorgelegt worden sei, reiche nicht aus für eine abschließende Beurteilung. Es seien "noch viele Fragen offen", sagte Kauder.
Das Unternehmen reagierte schnell. Am morgigen Freitag trifft sich Opel-Aufsichtsrats- und -Europa-Chef Carl-Peter Forster mit Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und Kanzleramtschef Thomas de Maizière. Das verlautete aus dem Kanzleramt. An dem Treffen nehmen den Angaben zufolge auch der Finanzvorstand des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM), Frederick Henderson, und Opel-Chef Hans Demant teil. Für die Bundesregierung sitzt außerdem Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen mit am Tisch. Die Spitzen der Großen Koalition hatten zuletzt am Donnerstag einerseits weiterhin ihre Hilfsbereitschaft für den angeschlagenen Autobauer bekundet. Zugleich bezeichneten sie aber das von Opel vorgelegte Konzept als weiterhin unzureichend.
Inzwischen spitzt sich die Lage beim Mutterkonzern General Motors zu. Der US-Autobauer General Motors schrieb in seinem Jahresbericht, es gebe "substanzielle Zweifel", ob das Unternehmen überleben könne. Dies habe der unabhängige Wirtschaftsprüfer des Konzerns auf der Basis der vorgelegten Zahlen erklärt. General Motors vermeldete zugleich einen Verlust von 30,9 Milliarden Dollar für das vergangene Jahr (rund 25 Milliarden Euro). Dies war weniger als noch im Jahr 2007, als der Verlust bei 43,3 Milliarden Dollar gelegen hatte.
Zum geplanten Stellenabbau bei Opel kursieren unterschiedliche Zahlen. Opel wies Berichte über einen angeblich geplanten Abbau von 7600 Stellen in Deutschland zurück. Wie bereits kommuniziert sehe der Sanierungsplan den Abbau von 3500 Stellen in Europa vor, sagte ein Sprecher des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM) in Rüsselsheim. Zuvor hatte die Rheinische Post berichtet, dass ein bisher geheim gehaltenes Sanierungskonzept die Streichung von 7600 Arbeitsplätzen vorsehe. SPD-Franktionschef Peter Struck sprach von 7000 Stellen. "Wir haben die Zahl gehört um die 7.000", sagte SPD-Fraktionschef Peter Struck.
Branchenweit sind nach Gewerkschaftsangaben sogar 400.000 Stellen bedroht. Angesichts der weiterhin zögerlichen Haltung der Bundesregierung fordert die Gewerkschaft IG Metall dringend Unterstützung für Opel. "Alle Folgen, die aus einer möglichen Insolvenz von Opel erwachsen, sind teurer als die Hilfen, die Opel jetzt braucht", sagte der Bezirksleiter Frankfurt, Armin Schild. Er gehe davon aus, dass ein Zusammenbruch von Opel 400 000 Arbeitsplätze europaweit in der Auto- und Zulieferbranche gefährden würde.
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