Finanzkrise für Kinder
Wie sicher ist mein Geld?
Die Deutschen sind eifrige Sparer. Und im Moment legen viele noch mehr Geld zur Seite. Morgenpost Online erklärt drei Sparmöglichkeiten, die sich für Kinder und Jugendliche besonders eignen – vom Sparschwein über das Sparbuch bis zum Sparplan auf Bundesschatzbriefe.
Von Michael Höfling
Omas Weisheiten sind immer noch die besten. "Spare beizeiten, dann hast du in der Not" ist ein solcher Rat fürs Leben. Und da die Deutschen sich gern gegen alle denkbaren Gefahren absichern, legen sie bereitwillig Geld zurück. In diesem Jahr haben deutsche Haushalte im Durchschnitt elf von 100 Euro, die ihnen zur Verfügung standen, gespart. Das letzte Mal haben sie vor 13 Jahren so viel zurückgelegt. Die Finanzkrise macht den Menschen Angst. Sie fragen sich, wie sicher ihr Arbeitsplatz noch ist, wie sie ihre Miete bezahlen können, wenn sie ihn verlieren sollten. Und deshalb sparen sie lieber.
Zwar hat das Vertrauen der Menschen in die Banken durch die Finanzkrise stark gelitten. Die meisten entscheiden sich aber dennoch, ihr Geld dort zu lassen. Das hat vor allem zwei Gründe. Zum einen bringt Geld zu Hause oder in einem Tresor keine Zinsen. Die sind aber wichtig, um den Anstieg der Preise zumindest auszugleichen. Schließlich will jeder für sein Geld auch ein oder zwei Jahre später noch das Gleiche kaufen können wie heute. Zum anderen hat die Bundesregierung Anfang Oktober, als die Krise nach Deutschland kam, eine Erklärung abgegeben, nach der die Ersparnisse der Bürger bei deutschen Banken in jedem Fall sicher sind. Und auf diese Garantie vertrauen die Bürger in Deutschland offenbar.
Sparen wird meist schon im Kindesalter gelernt. Am Weltspartag Ende Oktober etwa werden Kinder von den Banken mit Malsachen oder Spardosen belohnt, wenn sie ihr Taschengeld auf ein Sparbuch einzahlen. So sollen sie den richtigen Umgang mit Geld lernen. Das ist auch wichtig. Immerhin verfügen die Kids in Deutschland jährlich über 2,6 Milliarden Euro. Und wie sicher ist ihr Geld in der Finanzkrise? Morgenpost Online stellt beispielhaft drei beim Nachwuchs beliebte Sparformen vor.
Das Sparschwein. Jeden Euro Taschengeld einzeln auf die Bank zu bringen wäre mit viel Aufwand verbunden. Kinder sparen deshalb oft zuerst mithilfe einer Spardose. Wer diszipliniert genug ist, hat nach einigen Monaten eine schöne Summe zusammengespart. Und ist unabhängig davon, wie es seiner Bank geht. Er hat sein Geld ja zu Hause. Das hat aber auch Nachteile. Im Sparschwein bringt das Geld keine Zinsen, es verliert also mit der Zeit an Wert, wenn die Preise steigen.
Und besonders sicher ist das Sparschwein auch nicht gerade. Die Schwester oder der Bruder beispielsweise könnten sich daran zu schaffen machen, weil ihr oder ihm noch ein paar Euro für einen neuen iPod fehlen. Außerdem könnte das Sparschwein Einbrechern in die Hände fallen.
Das Sparbuch. Auch das größte Sparschwein ist irgendwann voll. Das ist ein guter Zeitpunkt, um das Geld zur Bank zu bringen und auf ein sogenanntes Sparbuch einzuzahlen. Sparbücher sind bei Kindern beliebt, 84 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen nutzen sie. Im Durchschnitt haben sie dort etwa 500 Euro liegen. Leider bekommt man auf vielen Sparbüchern keine besonders hohen Zinsen. Manchmal sogar weniger als ein Prozent. Wer 500 Euro ein Jahr lang auf einem mit 1,0 Prozent verzinsten Sparbuch liegen lässt, hat nach einem Jahr ganze 505 Euro.
Dafür ist das Sparbuch sehr sicher. Für den Fall, dass eine Bank in ernsthafte Schwierigkeiten gerät, gibt es eine Art Rettungssystem: Zunächst springt die "Entschädigungseinrichtung deutscher Banken" ein. Die sorgt bei Bedarf dafür, dass jeder Kunde 90 Prozent seines zur Bank gebrachten Geldes zurückbekommt, bis zu einer Höchstgrenze von 20?000 Euro. Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben eigene Systeme, mit denen sie das Geld der Kunden schützen. Zudem haben deutsche Banken eine Zusatzversicherung, um die Folgen von Bankenpleiten zu lindern. Sie soll dafür sorgen, dass Kunden auch dann ihr ganzes Geld zurückbekommen, wenn sie mehr als 20.000 Euro auf dem Konto haben.
In den vergangenen 30 Jahren hat jeder von einer Bankenpleite betroffene Privatkunde sein Geld zurückerhalten. Allerdings hat es in dieser Zeit auch keine Phase gegeben, in der die ganze Bankenbranche in so großen Schwierigkeiten wie jetzt war. Sollten die Sicherungssysteme tatsächlich versagen, müsste die Regierung mit ihrer Garantie einspringen.
Sparplan auf Bundesschatzbrief. Damit sich das Geld vermehrt, muss der Zins für das Ersparte auf Dauer höher sein als beim Sparbuch. Für ältere Kinder bieten sich Sparpläne an. Wer zum Beispiel 52 Euro im Monat sparen kann – vielleicht, weil die Großeltern etwas dazugeben –, kann das in einen Sparplan auf einen Bundesschatzbrief einzahlen. Dafür gibt es aktuell einen Ertrag von durchschnittlich 3,2 Prozent im Jahr. Bei einer Laufzeit von bis zu sieben Jahren lässt sich hieran schon deutlich beobachten, wie der Zinseszins wirkt. Zumal keine Extrakosten für den Kauf oder die Aufbewahrung dieser Papiere bei der Bundesfinanzagentur anfallen.
Auch bei einem Sparplan auf Bundesschatzbriefe ist das Geld relativ sicher. Für die Rückzahlung bürgt die Bundesrepublik mit ihrem Vermögen und dem Geld, das sie durch Steuern einnimmt. Der deutsche Staat gilt trotz der Finanzkrise als zuverlässiger Schuldner.
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