Deutsche Bahn
Alle ICE-T brauchen womöglich neue Achsen
Die Neigetechnik-Züge der Deutschen Bahn stehen vor einem vollständigen Austausch der Achsen, sollte das beteiligte Industriekonsortium keine Lösung finden. Der Austausch der Achsen könnte zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen. Das könnte Einschränkungen im Schienenverkehr nach sich ziehen.
Die Bahn muss bei den Neigetechnik-Zügen ICE-T möglicherweise die Achsen komplett wechseln. "Unsere Experten schließen nicht mehr aus, dass wir bei der ICE-T-Flotte die entsprechenden Achsen austauschen müssen", sagte Bahn-Chef Hartmut Mehdorn der "Bild am Sonntag". Er kündigte Schadenersatzforderungen an. Der ICE-T wird von einem Konsortium aus Siemens, der kanadischen Bombardier und der französischen Alstom gebaut. Federführend bei den Achsen ist Alstom.
Die Bahnindustrie habe ihm für Mitte Dezember eine Lösung in Aussicht gestellt, sagte Mehdorn. "Jetzt haben wir Mitte Januar, und ich habe immer noch keine Antwort bekommen. (...) Wir werden wegen der Risse in den Achsen bei der Industrie Schadenersatz geltend machen. Ich gehe von einem dreistelligen Millionenbetrag aus." Der Austausch der Achsen könne bis zu zwei Jahre dauern. Nachdem ein ICE-3 nach einem Achsbruch im Juli im Kölner Hauptbahnhof entgleist war, hatte das Eisenbahn-Bundesamt die Wartungsintervalle von 300.000 auf 30.000 Kilometer verringert. Auch die rund 70 Neigetechnikzüge ICE-T werden verstärkt überprüft. Die Maßnahmen hatten über längere Zeit hinweg zu Verspätungen der Züge und Einschränkungen im Bahnverkehr geführt.
Auf die Bahn kommen womöglich angesichts des laufenden Tarifkampfs weitere Einschränkungen zu. Gewerkschaften und Arbeitgeber liegen in ihren Forderungen noch weit auseinander. Bahnchef Mehdorn hat die Gewerkschaften indes zur Mäßigung aufgerufen. "Ich appelliere an die Gewerkschaften, jetzt der Arbeitsplatzsicherung bei der Bahn oberste Priorität einzuräumen", sagte Mehdorn der "Bild am Sonntag". "Wenn wir wie bisher ohne Entlassungen auskommen wollen, müssen die Gewerkschaften dazu ihren Beitrag leisten. Für Streiks hätte jetzt niemand Verständnis."
Mehdorn fügte hinzu, wenn die Bahn gute Gewinne mache, solle jeder Beschäftigte mehr Geld verdienen. "Zurzeit sieht es aber so aus, als ob wir 2009 schlechter da stehen werden." Im Schienengüterverkehr habe die Bahn im Dezember 40 Prozent Umsatz verloren. "Wir merken da die Umsatzrückgänge unserer Auftraggeber in der Automobil-, Chemie-, Holz- und Bauindustrie." Trotz der Wirtschaftskrise bleibe es das Ziel der Bahn, einen Personalabbau zu vermeiden. "Ich halte es für erreichbar, ohne Entlassungen durch die Krise zu kommen."
Die Bahn hatte in der laufenden Tarifrunde zuletzt eine Lohnerhöhung von einem Prozent sowie je nach Wirtschaftsergebnis des Konzerns Einmalzahlungen in Höhe von maximal 1000 Euro angeboten. Die Gewerkschaften fordern hingegen zehn Prozent mehr Lohn und "spürbare Verbesserungen bei der Arbeitszeit" für die 130. 000 Beschäftigten des Staatskonzerns.
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
- Bahnverkehr: China kauft 100 Superschnellzüge von Siemens
- Verkehr: Bahn muss Achsen an ICE-Zügen austauschen
- Transport: Die Eisenbahn feiert weltweit ein Comeback
- Gemeinsame Pläne: Bahn und Siemens erobern US-Eisenbahngeschäft
- High-Tech: Schweden testet Bombardiers Öko-Zug
- Grosse Koalition: Gezanke wegen abgeblasenem Bahn-Börsengang
-
20:49Festnahme: Toter in Friedrichshainer Bar: Verdächtiger gefass...
-
20:11Piraten-Chef: Wie der "Bundesbernd" Piraten-Amt und Job stemmt
-
19:17Karneval: Kreuzberger Käuze, Kinder und eine lange Karawane
- 1. Relegationsspiel Hertha BSC und der Abstieg ohne Gnade
- 2. Live-Ticker Hertha BSC will über Einspruch beraten
- 3. Relegationsspiel Hertha BSC gibt sich offenbar geschlagen
- 4. Stromerzeugung Solaranlagen liefern so viel Strom wie fast 20 Atommeiler
- 5. Formel 1 in Monaco Strafversetzung verdirbt Schumacher nicht die Laune














