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11.01.09

Energie

So wechseln Berliner den Gasanbieter - und sparen

Wer jetzt seinen Gasanbieter wechselt, spart Geld - die Verbraucherzentralen rechnen damit, dass der gaspreis dieses Jahr um bis zu 25 Prozent fällt. Morgenpost Online zeigt, welche Versorger für Berlins Verbraucher besonders günstig sind.

© AP
Wer in Berlin den Gasanbieter wechselt, kann hunderte Euro sparen.
Wer in Berlin den Gasanbieter wechselt, kann hunderte Euro sparen.

Für Gasverbraucher wird es billiger: Der Bundesverband der Verbraucherzentralen rechnet damit, dass die Gaspreise im Schlepptau des Mineralölpreises 2009 um bis zu 25 Prozent fallen werden. Bislang ist von großer Entlastung jedoch nichts zu spüren. Im Januar und Februar senkten zwar mit 288 Unternehmen 40 Prozent der deutschen Gasversorger ihre Preise. Der durchschnittliche Nachlass für Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden fällt jedoch mit 5,5 Prozent relativ gering aus. 78 Gasversorger in Deutschland erhöhten sogar ihre Preise – teilweise recht drastisch um bis zu 29 Prozent.

Hinzu kommt, dass auf dem Gasmarkt in Deutschland eine neue Unübersichtlichkeit herrscht. Zahlreiche Anbieter werben um die Kunden, insbesondere auch in Berlin. Noch zahlreicher sind die Tarifvarianten. Da verliert man leicht den Überblick. Zudem: "Die gesunkenen Bezugspreise für Gas werden bisher noch nicht vollständig an die Kunden weitergegeben. Wir gehen davon aus, dass sich die Verbraucher erst im April über deutlich niedrigere Gaspreise freuen können", sagt Isabell Wendorff vom Tarifportal Check24.

Wer sich über die Gasrechnung ärgert, sollte wechseln. Berliner können bereits unter zahlreichen Anbietern wählen. Außer Marktführer Gasag liefern Konkurrenten wie Stadtwerke Wittenberg, Nuon, Eprimo und zahlreiche weitere Unternehmen. Der Preisunterschiede sind recht beachtlich (siehe Tabelle). So beträgt in der Hauptstadt die Differenz zwischen dem billigsten Anbieter (Stadtwerke Wittenberg) und der E.on-Tochter "E wie einfach" bei einem angenommenen Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden rund 400 Euro im Jahr. Gasag-Kunden zahlen pro Jahr rund 130 Euro mehr als Abnehmer der Stadtwerke Wittenberg. In einer Rangliste der zehn preiswertesten Anbieter landet der ehemalige Berliner Monopolist auf Platz acht.

Online wird's besonders preiswert

Wem ein Wechsel zu riskant ist, sollte einfach mal nach einem neuen Tarif bei seinem bisherigen Anbieter schauen. Viele Unternehmen, beispielsweise die Gasag, bieten einen preiswerten Online-Tarif an. Durch den Verzicht auf etwas Service können Kunden so oft kräftig sparen. Jedoch: "Viele Grundversorger weisen ihre Kunden nicht selbstständig darauf hin, dass es möglicherweise noch günstigere Tarife als den Grundversorgungstarif gibt", erläutert Tarifexpertin Wendorff.

"In den letzten Monaten haben sich neue Alternativversorger am Markt etabliert. Auch zahlreiche kleinere Stadtwerke haben ihr Liefergebiet ausgeweitet und bieten nun in Nachbargemeinden Gas zu einem günstigeren Preis an. Dieser Trend wird sich 2009 fortsetzen", sagt Gasmarktexpertin Wendorff.

Lieber nicht im Voraus zahlen

Abstand nehmen sollten Verbraucher von Versorgern, die mit Vorauskasse arbeiten. "Wenn der Anbieter pleitegeht, ist das Geld weg und nur schwer zurück zu bekommen. Ärgerlich ist es auch, wenn man dem Geld hinterherlaufen muss, weil man vom Vertrag zurücktreten möchte", warnt Thomas Müller, Energiemarktexperte bei der Stiftung Warentest. Zudem rät er bei einem Wechsel zu Beginn dieses Jahres, einen Anbieter zu wählen, bei dem der Kunde jederzeit kündigen kann. Nur so können Verbraucher erneut wechseln, sollte es im Laufe des Jahres wegen der Bindung des Gaspreises an den Ölpreis zu weiteren Preissenkungen kommen.

Auch ihren Stromanbieter sollten Verbraucher immer mal wieder einem Tarifcheck aussetzen. Über 500 Stromversorger haben ihre Grundversorgertarife für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden in den ersten beiden Monaten des Jahres um durchschnittlich acht Prozent erhöht. Da der Strommarkt schon länger liberalisiert ist als der Gasmarkt, können mittlerweile die meisten Kunden zwischen diversen Anbietern wählen. Auch dieser Wechsel spart zum Teil über 100 Euro im Jahr.

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