21.02.12

Neues Betriebssystem

Apples Mountain Lion soll Microsoft auf Distanz halten

Apple gewährt seinen Mac-Rechnern mit dem OSX 10.8 etliche iPad-Features. Die überraschende Einführung des neuen Betriebssystems ist eine Kampfansage an Microsoft.

Foto: dapd/DAPD
Apple bringt sein neues Betriebssystem wesentlich eher auf den Markt als erwartet
Apple bringt sein neues Betriebssystem wesentlich eher auf den Markt als erwartet

Mit der völlig überraschenden Ankündigung eines neuen Betriebssystems für die Mac-Rechner ist Apple ein echter Coup gelungen. Dass Apple die Entwicklerversion von Mac OS X 10.8 ausgerechnet zwei Wochen vor dem Start der öffentlichen Beta-Version von Microsofts neuem Betriebssystems Windows 8 am 29. Februar präsentierte, darf wohl auch als Kampfansage verstanden werden. Apple wird es nicht einfach hinnehmen, dass Microsoft mit Windows 8 in den Markt der Tablet-PCs vorstoßen will, den die iPads bislang beherrschen.

Bemerkenswert sind weniger die Unterschiede zwischen den neuen Betriebssystemen, als vielmehr Gemeinsamkeiten. Beide, Apple und Microsoft, nehmen für ihre Computer-Betriebssysteme Anleihen bei ihren Mobilfunk-Betriebssystemen: Apple beim iOS, das auf iPhones und iPads läuft, Microsoft bei Windows Phone, das nun allmählich in der Version 7 im Markt Fuß zu fassen beginnt.

Apple bringt mit seinem Betriebssystem OS X 10.8, genannt Berglöwe (Mountain Lion), etliche vom iPhone und iPad bekannte Features auf den Mac, insgesamt mehr als hundert Neuerungen sollen es sein. So bekommt dieser nun auch ein Game Center, in dem schon das iPhone Spielstände speicherte und Gegner für Online-Spiele vermittelte.

Integriert in OS X ist jetzt auch eine Verbindung zur iCloud, dem Online-Speicherdienst von Apple, der zunächst nur für die Mobilgeräte gedacht war. Die Messages-App der Mobilgeräte ersetzt in Zukunft das Programm iChat auf den Computern. Und ein Notification Center (Benachrichtungszentrale) weist den Nutzer wie schon beim iPhone auf anstehende Termine und neue E-Mails hin.

Noch keine Konkurrenz bei den PCs

Ganz in das Mac-Betriebssystem integriert ist nun auch Twitter. Nach einer einmaligen Anmeldung kann man direkt aus dem Browser Safari und vielen anderen Programmen heraus die Welt mit Kurzmitteilungen beglücken. Neu ist eine umfangreiche Sicherheitsfunktion, die sich Gatekeeper nennt. Sie soll effektiv vor schadhafter Software schützen und dem Anwender die Kontrolle darüber geben, welche Apps auf dem Mac installiert sind.

Apple begann schon mit dem jetzigen Betriebssystem OS X 10.7, genannt Löwe (Lion) , Elemente aus dem Mobilsystem auf den Mac zu bringen. So zeigt ein Bildschirm sofort alle installierten Apps und die Möglichkeiten der Gestensteuerung auf dem Touchpad der MacBooks wurden erweitert. Auf den Markt kommen soll der Berglöwe im Spätsommer, zu welchem Preis ist aber unklar.

Auch wenn der Berglöwe noch so viel zu bieten hat, zu einer echten Gefahr für Microsoft wird Apple auf dem PC-Markt in absehbarer Zeit nicht werden. Dazu ist Microsoft dort einfach noch zu dominant. Aber Apple verzeichnet in einem insgesamt stagnierenden PC-Markt immerhin noch Zuwächse. Aber auch damit liegt der weltweite Marktanteil derzeit nur bei etwas über fünf Prozent.

Apple will Innovationsmotor bleiben

Microsoft hingegen versucht nun mit Windows 8, nicht nur den PC-Markt zu behaupten, sondern mit Macht in den Markt der Tablet-PCs vorzustoßen, den Apple seit der Vorstellung des ersten iPads beherrschte. Deshalb unterstützt Microsofts Betriebssystem nun auch die Prozessoren des britischen Herstellers ARM, die in Smartphones und Tablet-PC häufig zum Einsatz kommen.

Ob Apple sich deshalb ernsthaft Sorgen macht, ist unklar. Aber dass man das neue Betriebssystem gerade einmal sieben Monate nach der Einführung des letzten vorstellt, wenn bislang weit größere Abstände üblich waren, deutet doch darauf hin, dass Apple der Standard für Innovation bleiben will. Und das nicht nur bei Smartphones und Tablet-PCs.

Quelle: dpa/mac
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