Geräte-Gattung
Wie "ultra" sind die neuen Ultrabooks wirklich?
Intel hat sich die Bezeichnung "Ultrabook" schützen lassen. Doch der Chiphersteller verstößt gegen seine eigenen Vorgaben für die Geräte.
LG Xnote Z330 Das Z330 im 13-Zoll-Format gibt es mit den Intel-Prozessoren Core i3, Core i5 oder Core i7 in Sandy-Bridge-Architektur. Als Speicher stehen SSDs mit 128 oder 256 Gigabyte zur Auswahl. Mit einer Bauhöhe von knapp 15 Millimetern und einem Gewicht von 1,2 Kilo ist das Xnote ein echtes Ultrabook. Noch im ersten Quartal 2012 will LG das Z330 auf den Markt bringen. Der Preis steht noch nicht fest. Xnote Z330: Ultrabook-Leichtgewicht von LG
Intel nennt auf seiner Webseite Ultrabooks die "Stars der CES 2012". Im Rahmen der Messe haben nach Angabe des Chipherstellers diverse Firmen rund 30 Modelle der extra flachen Notebooks vorgestellt, weitere 72 neue Designs sollen für dieses Jahr in Planung sein.
Doch ein schlankes Gehäuse allein macht noch kein Ultrabook aus. Intel hat den Herstellern genaue Vorgaben erteilt, doch das Unternehmen nimmt es mit den eigenen Spezifikationen wohl selbst nicht so genau.
Ultrabook: Ein geschütztes Markenzeichen
Hinter dem geschützten Namen verbirgt sich eine detaillierte Liste an Merkmalen, die ein Notebook aufweisen muss, um als Ultrabook zu gelten. So dürfen die Geräte bei einem maximalen Gewicht von 1,4 Kilo nur 21 Millimeter dick sein. Im Inneren soll sich ein energieeffizienter Core-Prozessor von Intel befinden.
Bis zum Frühjahr 2012 dürfen Hersteller in Ultrabooks noch Chips in Sandy-Bridge-Architektur einsetzen. Ab dann gilt ein neuer Standard: Intel bringt die neuen Ivy-Bridge-CPUs auf den Markt, die in den kommenden Ultrabooks Einzug erhalten müssen.
Wie "Ultra" sind die Ultrabooks?
Die vier Notebooks Toshiba Satellite Z830-10J , Lenovo IdeaPad U300 , Acer Aspire S3 und Asus Zenbook , die Intel auf der eigenen Firmenseite bewirbt, halten einem kritischen Blick stand: Alle weisen Core-Prozessoren in Sandy-Bridge-Architektur auf.
Die Gehäuse-Höhe der Geräte variiert zwischen neun und 18 Millimetern, das Gewicht zwischen 1,1 und 1,4 Kilo. Die vier tragen den Namen Ultrabook also rechtmäßig.
Envy 14 Spectre: Intel verstößt gegen eigene Richtlinien
Doch nicht alle Notebooks, auf die Intel in seinem Blog verweist, sind echte Ultrabooks. Obwohl der Konzern in einem Artikel schreibt, es "müssen Notebooks bestimmte Kriterien erfüllen, um sich Ultrabook nennen zu dürfen", hält sich die Firma im weiteren Verlauf des Beitrags schon selbst nicht mehr an die eigenen Richtlinien.
Unter den aufgelisteten Beispielen befindet sich das Envy 14 Spectre von HP. Was Intel in seinem Text verschweigt: Der Neuzugang der Envy-Serie wiegt 1,8 Kilo und bringt damit 400 Gramm zu viel auf die Waage. Damit verdient das Gerät lediglich die Bezeichnung "Notebook".
Das "Ultrabook" HP Folio 13
Auch in einem anderen Beitrag hat Intel mit den eigenen Vorgaben gebrochen: Ein Begleitartikel zur CES 2012 zeigt das Foto einer Ultrabook-Vorstellung, zu der Intel auf der Messe geladen hatte. Bei genauerer Betrachtung der Abbildung zeigt sich, dass der Chiphersteller hier ein Notebook eingeschleust hat: Das HP Folio 13 (Bauhöhe 18 Millimeter) verfehlt mit 1,5 Kilo knapp die Gewichtsvorgabe.
Wie viel ist der geschützte Markennamen wert?
Sicherlich ist es für den Alltagsgebrauch wenig entscheidend, ob ein Notebook in der Tasche 100 Gramm mehr oder weniger wiegt. Andererseits dürfen Verbraucher beim Kauf eines Geräts mit geschütztem Markennamen einen verbindlichen Standard erwarten. Leider zeigt sich, dass Intel bei der Vergabe des Titels momentan noch Milde walten lässt. Legen Sie Wert auf ein echtes Ultrabook, müssen Sie die Geräte vor dem Kauf genau untersuchen
Ultrabooks: Die extrem dünnen Notebooks sind da
Quelle: Computer Bild. Mehr Tests bei computerbild.de.
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