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08.02.12

Sicherheitslücken

Nichts ist sicher – auch nicht Satellitentelefone

Satellitentelefonen galten bislang als abhörsicher. Forscher aus Bochum haben das nun geändert. Mit einer einfachen Software knackten sie die Verschlüsselung.

© picture alliance / dpa/RIA Nowosti
Dmitry Medvedev on working trip to Chelyabinsk region
Russlands Premierminister Dmitri Medwedjew 2011 bei einer militärischen Übung mit einem Satellitentelefon. Forscher der Uni Bochum könnten ihn nun abhören

Forscher haben die Übertragung von Satellitentelefonen geknackt und erhebliche Sicherheitslücken offengelegt. Wie Mitarbeiter des Instituts für IT-Sicherheit an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) am Dienstag mitteilten, gelang es ihnen, die Übertragungen von Satellitentelefonen mit einfachen Programmen aus dem Internet in kurzer Zeit zu entschlüsseln.

Bisher galten die Sicherheitsstandards A5-GMR-1 und A5-GMR-2 des Europäischen Instituts für Telekommunikations-Standards als abhörsicher. Weil die Satelliten-Standards ähnlich denen für das GSM-Handynetz seien, habe man deren Entschlüsselungsmethode abwandeln und für den eigenen Angriff übernehmen können, erklärte Benedikt Driessen von der RUB.

Verschlüsselungsmechanismen werden in die Kommunikation eingebaut, um die Privatsphäre der Benutzer zu schützen. Weil es keine alternativen Verschlüsselungen gebe, könnten sich Nutzer ähnlich wie bei Mobiltelefonen nicht auf Abhörsicherheit verlassen.

Weltweit werden Satellitentelefone in Gebieten eingesetzt, in denen es keine Mobilfunknetze gibt. Etwa in Kriegsgebieten, Dritte-Welt-Ländern und auf hoher See. Die Verbindung wird über Funk mit Satelliten direkt zwischen den Telefonen oder in ein Festnetz hergestellt.

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