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16.01.12

Hacker

Cyber-Krieger greifen Israel im Internet an

Anti-israelische Hacker attackieren Börse und Flugline. Hamas ruft zum "elektronischen Krieg" gegen den Judenstaat auf. Saudi-Araber unter Verdacht.

© AFP
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Unbekannte Hacker haben erneut wichtige israelische Webseiten lahmgelegt. Die Seiten der israelischen Börse sowie der nationalen Fluglinie El Al und der Ersten Internationalen Bank wurden vorübergehend blockiert, wie israelische Medien berichteten.

Ein "Denial of Service"-Angriff (DoS) habe zu einer Überlastung des Internetauftritts der Börse geführt, sagte eine Sprecherin. Ein Zugriff sei jedoch weiter möglich gewesen. Der Aktienhandel war ihren Angaben zufolge nicht beeinträchtigt.

Die Fluglinie El Al nahm ihre Webseite offline, nachdem Hacker einen Angriff angekündigt hatten. Der Luftverkehr war dadurch nicht betroffen. Die Fluggesellschaft erklärte, es gebe seit zwei Wochen einen Cyberkrieg gegen Israel. Das Unternehmen verfolge die Aktivitäten eines saudiarabischen Hackers aufmerksam. Die Attacken gelten als weitere Verschärfung eines Kriegs im Internet (Cyberwar), den eine mutmaßlich saudische Hackergruppe in diesem Monat begann.

Israel droht Hackern mit Gegenschlag

Berichten des israelischen Nachrichtenportals Ynet zufolge kündigte ein Hacker mit dem Pseudonym OxOmar an, im Laufe des Tages die beiden Seiten attackieren zu wollen. In Israel wird OxOmar auch "der saudische Hacker" genannt, aber es ist unklar, ob er wirklich aus Saudi-Arabien stammt. Der Hacker, der sich auch zu vorherigen Angriffen bekannt hatte, gab an, er werde inzwischen von einem Team namens "Albtraum" unterstützt.

Juli Edelstein, Minister für öffentliche Diplomatie und Diaspora, nannte die Hackerangriffe eine "echte Gefahr für Israels Sicherheit", die sich zu einer existenziellen Bedrohung entwickeln könnte. Er rief die israelische Regierung dazu auf, "mit allen Mitteln" dagegen vorzugehen.

Bereits vor einigen Tagen waren im Internet die Daten zehntausender Kreditkarten israelischer Bürger aufgetaucht und öffentliche Seiten wie die der israelischen Feuerwehr blockiert worden. Die Hacker hatten sich als Saudi-Araber oder Palästinenser aus dem Gazastreifen ausgegeben. Die israelische Regierung verglich den Angriff mit Terrorismus. Der stellvertretende israelische Außenminister Danny Ajalon drohte den Hackern daraufhin mit einem Gegenschlag.

Hamas ruft zu "elektronischen Krieg" auf

Ein Sprecher der im Gazastreifen herrschenden Hamas hatte zu einer Verschärfung der Hackerangriffe auf Israel aufgerufen. "In israelische Webseiten einzudringen ist eine neue Form des Widerstands gegen die Besatzung und der Beginn eines neuen elektronischen Kriegs", sagte Sami Abu Suhri. "Hamas ruft die Palästinenser und die arabischen Völker dazu auf, diesen elektronischen Krieg voranzutreiben."

Erst im November war es in Israel zu einer schweren Computerpanne gekommen. Die Websites mehrerer Regierungs- und Sicherheitsorganisationen waren nach einem Totalabsturz stundenlang lahmgelegt. Die internationale Hackerorganisation "Anonymous" hatte der israelischen Regierung vorher mit einem Angriff gedroht. Die israelischen Behörden dementierten jedoch damals Berichte über eine Hacker-Attacke und erklärten den Vorfall mit einem technischen Fehler.

Quelle: AFP/dapd/dpa/Reuters/jk
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