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06.09.11

Fernsehen der Zukunft

TV mit Internetanschluss lässt sich per App steuern

Bis Ende des Jahres soll in jedem vierten Haushalt ein internetfähiger Fernseher stehen. Doch die neue Technik hat noch viele Macken.

Toshiba

3D-Fernseher ohne Brille Dreidimensionale Filme sind ein beeindruckendes Erlebnis – wenn nur die 3D-Brille nicht wäre. Ohne Brille klappt die räumliche Wiedergabe bislang nur auf kleinen Bildschirmen und mit etwas pixeliger Optik, etwa auf der kommenden Taschen-Spielekonsole Nintendo 3DS, auf Fotoapparaten (Polaroid), Camcordern (JVC, Sony) und digitalen Bilderrahmen (Kodak). Prognose: 3D mit Brille wird im kommenden Jahr zur Normalausstattung besserer Groß-Fernseher gehören. Die ersten Modelle ohne Brille werden 2012 drei- bis fünfmal so teuer sein wie vergleichbare mit Brille und weniger scharfe Bilder zeigen. Das wird sich auch vor 2015 nicht ändern.

8 Bilder

Fast alle Fernseher und Übertragungswege sind digitalisiert, und 3D kommt nicht recht ins Laufen. Daher gehört die Fähigkeit zur Vernetzung von TV-Geräten mit Internet und Heimelektronik zu den großen Themen der Internationalen Funkausstellung (Ifa) in Berlin.

Fast 60 Prozent aller Geräte der Unterhaltungselektronik verfügen bereits über eine Verbindung ins Internet. Bis Jahresende wird in jedem vierten Haushalt zudem ein internetfähiger Fernseher stehen, schätzt der Branchenverband Bitkom. Die Smart-TVs der Zukunft sind künstlich intelligente Netzwerker, die sich bei ihrer Arbeit vor allem mit Tablets und Smartphones abstimmen.

Allerdings hat Websurfen auf dem Fernseher zuweilen noch seine Macken. Die Prozessoren in den TV-Geräten sind deutlich langsamer als die in Computern. Daher kann es viele Sekunden dauern, bis eine Website aufgebaut ist. Außerdem ist die Schrift auf nicht speziell für TV-Geräte aufbereiteten Seiten mitunter nur aus einem Meter Entfernung zu entziffern, und bei nicht allen Modellen lassen sich Videos im Flashformat abspielen.

Darüber hinaus können nicht alle TV-Geräte gleichzeitig das Fernsehprogramm wiedergeben und Websites wie Facebook oder Twitter darstellen. Nur wenige Modelle klinken das Fernsehbild parallel in einem kleinen Zusatzfenster ein.

Mit der Kombination aus TV und Internet kommen Tablets und zum Teil auch Smartphones besser zurecht. Sie verfügen in der Regel zwar nicht über eine Infrarot-Schnittstelle, können aber über das Funknetzwerk zu Hause den Fernseher steuern.

Über WLAN TV-Programm übertragen

"Die neuen mobilen Alleskönner beflügeln den Trend zur Heimvernetzung geradezu", sagt Rainer Hecker, Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu).

Mit der auf der Ifa vorgestellten Loewe-Technik zum Beispiel können Nutzer das aktuell ausgestrahlte TV-Programm über WLAN auf Geräte in anderen Räumen übertragen. Noch mehr bietet Samsung: Bilder vom Fernseher oder einem angeschlossenen Blu-Ray-Player lassen sich zusätzlich auf das iPad streamen.

Das funktioniert auch für Samsungs Smartphone Galaxy SII. Während die Eltern im Wohnzimmer beim Musikantenstadl mitschunkeln, können ihre jugendlichen Kinder also einen vom Blu-Ray-Player zugespielten Thriller auf dem Tablet ansehen.

Um mit Tablets und Smartphones die Heimelektronik steuern zu können, sind Apps notwendig. Darüber lassen sich die Funktionen übersichtlicher aufrufen und anwählen als bei herkömmlichen Fernbedienungen. Zwar bieten die Hersteller erweiterte Fernbedienungen zu ihren TV-Geräten an, die aber kosten oft mehr als 200 Euro. Die Apps dagegen gibt es unter anderem von LG, Philips und Loewe kostenlos oder für wenige Euro zu kaufen.

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