Wettbewerb
EU-Kommission prüft Beschwerden gegen Google
Nach dem Konflikt um die Einführung des Straßenfoto-Dienstes Street View droht Google neues Ungemach. Internet-Firmen aus Frankreich und Großbritannien werfen dem Suchmaschinen-Konzern vor, sie beim Ranking zu benachteiligen. Die EU-Kommission prüft nun die Beschwerden der Firmen.
Die Europäische Kommission prüft die Beschwerden von drei Unternehmen gegen den Betreiber der weltgrößten Internet-Suchmaschine Google wegen Verstoßes gegen das Wettbewerbsrecht. Die Internet-Firmen aus Frankreich und Großbritannien werfen Google vor, sie im Ranking zu benachteiligen, weil sie eine Konkurrenz zu dem Marktführer darstellen. Bei den Beschwerdeführern handelt es sich um eine französische Suchmaschine für Rechtshilfe, eine britische Preisvergleich-Suchmaschine und das zum Microsoft-Konzern gehörende Portal "Ciao from Bing", wie Google in seinem Blog mitteilte.
Google erklärte, es sei zuversichtlich, den Wettbewerbshütern nachweisen zu können, dass seine Geschäftspraktiken in Einklang mit dem europäischen Wettbewerbsrecht stünden. Obwohl alle Beschwerden leicht unterschiedlich seien, gehe es im Kern darum, ob Google seine Wettbewerber unfair behandele oder seinen Kunden Schaden zufüge, schrieb die Rechtsberaterin von Google, Julia Holtz, im Blog des Unternehmens. "Das ist nicht der Fall", versicherte sie. Google beherrscht mit einem Anteil von 90 Prozent den Markt für Suchmaschinen weltweit.
Der Straßenfoto-Dienst Street View soll noch in diesem Jahr in Deutschland starten. Das Unternehmen sieht keine rechtlichen Hindernisse für eine Veröffentlichung der Fotos. Angesichts der Kritik von Datenschützern soll aber jeder Bilder von Gebäuden löschen lassen können.
Der kostenlose Google-Dienst Street View bietet 360-Grad-Bilder von Straßenzügen und öffentlichen Plätzen. Er startete 2007 in den USA und ist zurzeit in 19 Ländern verfügbar. Deutsche Straßen sind dort noch nicht zu sehen, werden aber bereits von Google fotografiert. Datenschützer kritisieren, dass die Fotos auch Privatgebäude zeigen und dies Dieben oder Einbrechern in die Hände spielen könnte. Außerdem sind Menschen und Autos zu sehen, die sich zum Zeitpunkt der Aufnahmen auf den Straßen befanden.
Jetzt soll jeder, der nicht möchte, dass sein Haus im Internet gezeigt wird, das Foto löschen lassen können. Gesichter und Autokennzeichen werden automatisch unkenntlich gemacht. Falls das Computerprogramm etwas übersieht, will Google auf einen entsprechenden Hinweis hin nachbessern. "Diese Angebote gelten nur in Deutschland", sagte Arnd Haller, Leiter der Rechtsabteilung bei Google Deutschland. Zurzeit schafft das Unternehmen die technischen Voraussetzungen zur Umsetzung dieser Rechte. Haller betonte, Street View sei nicht zu verbieten.
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