Testbericht
Die besten Riesen-Fernseher für unter 1000 Euro
Mittwoch, 2. Februar 2011 15:00 - Von Michael BiegEin-Meter-Fernseher kosten nicht einmal mehr 1000 Euro. Trotzdem bieten sie eine gehobene Ausstattung, etwa einen Internetanschluss. Wir haben sechs Geräte unter die Lupe genommen. Eine Niete war nicht dabei – dafür ein besonders gutes und günstiges Gerät.
Kabel-TV mit Tricks
Wichtig für den Fernseherkauf ist der Weg, über den Sie Ihre TV-Programme empfangen: per Kabel, Antenne oder Satellit. Wenn Sie einen Fernseher mit dem jeweils passenden Empfangsteil kaufen, erspart Ihnen das den sonst nötigen zusätzlichen TV-Empfänger samt Fernbedienung. Satellitenfernsehen (DVB-S) empfängt allerdings keiner der Testkandidaten. Analoges Kabelfernsehen, digitale Antennensender (DVB-T) und sogar digitale Kabelprogramme (DVB-C) empfangen dagegen alle sechs Fernseher.
Der DVB-C-Empfang kann aber Probleme bereiten: Einige Kabelnetzbetreiber wie Kabel Deutschland verschlüsseln Privatsender wie RTL und Pro Sieben. Der Empfang ist dann nur mit einer Abokarte möglich. Weil diese Abokarten aber nicht in jedem bliebigen Fernseher funktionieren, verkaufen LG und Panasonic ihre Fernseher in Deutschland offiziell ohne DVB-C und werden deswegen im Test auch ohne DVB-C bewertet. Mit Tricks funktioniert der Empfang aber trotzdem: Beim „LG 42LH7000“ wählen Sie bei der Installation als Land Finnland oder Schweden. Die Menüsprache bleibt dann Deutsch, und der DVB-C-Empfänger wird aktiviert. Beim „Panasonic TX-L42S10E“ wählen Sie im DVB-T-Menü „DVB-C-Sender hinzufügen“.
Startklar für HDTV
Per DVB-C können Sie neben den üblichen TV-Programmen auch hochauflösendes Fernsehen (HDTV) sehen. Derzeit gibt es aber nur wenige HDTV-Kanäle in den Kabelnetzen, oft nur zwei vom Bezahlsender Sky (früher Premiere). Für diese oder andere Bezahlprogramme sind die Fernsehapparate von Philips, Samsung und Sony die beste Wahl. Alle drei haben einen Einschub CI+, während die anderen nur einen CI-Einschub haben. Der Unterschied: Für die CI-Einschübe gibt es je nach Kabelbetreiber keine passenden CI-Module und Abokarten. Für CI+ sollen sie etwa von Kabel Deutschland zum Jahresende verfügbar sein.
Verzerrte Welt
Während HDTV-Programme immer im Breitbildformat 16:9 ausgestrahlt werden, gibt es die üblichen Programme zum Teil noch im 4:3-Format. Der Fernseher sollte sich automatisch auf das je weilige Format einstellen, so dass es unverzerrt angezeigt wird. Beim LG, Philips, Sony und Toshiba funktioniert die Automatik zuverlässig. Wer es mag, kann die Automatik im Menü auch so einstellen, dass 4:3- Programme bildschirmfüllend verzerrt dargestellt werden. Beim Samsung und Panasonic funktionierte die Automatik nicht richtig. Diese beiden Geräte zeigten 4:3-Sendungen immer in die Breite gezogen, bis man per Fernbedienung das Format korrigierte.
Nachrichten aus dem Netz
Mit zwei Testmodellen können Sie auf das Internet zugreifen. Der Sony zeigt sogenannte RSS-Feeds: Das sind etwa Nachrichten oder Wetterberichte von speziellen Internetseiten. Sie werden in kleine Fenster neben das Fernsehprogramm auf dem Bildschirm eingeblendet. Die Adresse tippen Sie etwas umständlich mit der Fernbedienung und einer im Bildschirm eingeblendeten Tastatur ein. Suchfunktionen gibt es leider nicht. Der „Samsung LE40B650“ zeigt ausschließlich sogenannte „Yahoo- Widgets“. Das sind ebenfalls ein geblendete Fenster mit Nachrichtentickern, Wettervorhersagen oder auch Fotos vom beliebten Internetportal „flickr“.
Flotte Fotos
Die Fotowiedergabe per USB oder Speicherkartenleser gehört zum Repertoire aller TV-Geräte. Dabei kann man einzelne Bilder aussuchen oder eine automatische Diashow starten. Für den Bildwechsel stehen mindestens drei Geschwindigkeiten zur Wahl. Negativ fiel hier nur der „Sony KDL-40V5500“ auf: Er brauchte rund zehn Sekunden, um ein Foto anzuzeigen. Nur innerhalb einer Fotoshow klappte der Wechsel schneller. Alle anderen TV-Geräte zeigten Fotos in maximal sechs Sekunden an.
Besonders fix war der „Panasonic TX-L42S10E“ mit nur einer Sekunde Ladezeit. Die äußerst knappen Bedienungsanleitungen helfen dagegen nicht weiter. Ausnahmen sind hier nur die ausführlichen Anleitungen von Samsung und Sony. Die Grundfunktionen und Erstinstallationen sind dagegen einfach, die Fernbedienungen durchweg recht übersichtlich.
Klares Ergebnis
Deutliche Unterschiede zeigte der Sichttest: Bei analogem Kabelfernsehen spaltete sich das Testfeld. Verlierer waren hier LG, Panasonic und Toshiba. Ihr Bild rauschte leicht; es erschien dadurch etwas detailarm und unscharf. Auf der Siegerseite standen Philips, Samsung und Sony mit einer klaren und detailreichen Wiedergabe. Mit digitalen Fernsehprogrammen oder Filmen von DVD zeigten alle Kandidaten eine ordentliche Bildqualität. Bei Zuspielungen per HDMI sah das Ergebnis sogar bei allen Fernsehern richtig gut aus. Die schärfste und plastischste Wiedergabe schafften der „Philips 42PFL7404H“ und der „Samsung LE40B650“.
Der Samsung-Fernseher zeigte zudem schwarze Bildteile tatsächlich tiefschwarz, während das Philips-Gerät bestenfalls ein dunkles Grau schaffte. An der Darstellung von Bewegungen scheiterte die Hälfte der Fernseher. Nur die Geräte von Philips, Samsung und mit kleinen Abstrichen auch von LG zeigten Bewegungen schön fließend. Beim Rest störte deutliches Ruckeln und Zittern das Bild. Auch im Hörtest lagen die Modelle von Philips und Samsung vorn. Beide klangen recht ausgewogen, tiefe Bässe und obere Höhen fehlten allerdings. Die übrigen Fernsehapparate gaben Sprache zwar gut verständlich wieder, jedoch weniger natürlich und stärker verfärbt als die beiden Spitzenreiter.
Fazit: So viel Bildqualität und Ausstattung gab es für unter 1000 Euro noch nie. Bemerkenswert: Kein Gerät entpuppte sich als Niete. Der Beste unter den Günstigen war der Samsung. Neben der exzellenten Bildqualität überzeugte seine Ausstattung einschließlich Netzwerkanschluss für die Foto- Wiedergabe und Internetfenster. Wer darauf verzichten kann, spart mit dem kaum schlechteren Preis-Leistungs-Sieger „Philips 42PFL7404H“ immerhin runde hundert Euro.
Mehr zum Thema finden Sie in der aktuellen "Audio Video Foto Bild", Ausgabe 09/09.
Erschienen am 13.08.2009






















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