06.02.13

Safer Internet Day

Drive-by-Downloads und Trojaner - Tipps gegen Gefahren

Sicherheit im Internet: So schützen Sie Ihre eigenen Daten vor Diebstahl, Missbrauch und Manipulationen.

Die Europäische Union und Medienwächter in den Bundesländern machen mit dem Safer Internet Day seit 1999 auf Gefahren im Internet aufmerksam. Vor allem geht es darum, die eigenen Daten vor Diebstahl, Missbrauch und Veränderung zu schützen.

Wie verbreitet ist die Kriminalität im Internet?

Fast jeder zweite Surfer (47,6 Prozent) ist einer GfK-Studie zufolge schon einmal Opfer von Internetkriminalität geworden. Am häufigsten hatten Betroffene mit Schadsoftware auf ihrem Rechner zu kämpfen (25,7 Prozent) oder gingen beim Online-Einkauf und bei Internet-Diensten Betrügern auf dem Leim (16,8). Vergleichsweise viele Nutzer beklagten auch den unbefugten Zugriff auf ihre persönlichen Daten sowie deren Missbrauch oder Diebstahl (10,9 Prozent). Auch vermeintlich kostenlose Dienstleistungen, für die später doch gezahlt werden muss, sind der Umfrage zufolge ein größeres Problem (10,8). Für die Studie waren 1000 Internetnutzer repräsentativ befragt worden.

Welches sind aktuell die größten Gefahren beim Surfen?

Was viele Computernutzer nicht wissen: Allein durch das Aufrufen einer Webseite können sie sich Schadsoftware einfangen. Nach einer Analyse der Europäischen Agentur für Netz- und Informationssicherheit (Enisa) sind diese sogenannten Drive-by-Downloads die größte aktuelle Gefahr aus dem Internet, wie der IT-Branchenverband Bitkom berichtet. Auf Platz zwei der größten Netzbedrohungen landen Schädlinge wie Trojaner und Würmer. Gefahr geht der Enisa zufolge auch weiterhin von Botnetzen, Phishing, Datenklau und Ransomware aus. Auf dem zehnten Platz der Rangliste landet Spam: Er ist die einzige Bedrohung, bei der die Behörde keine steigende oder stabile, sondern eine sinkende Gefährdung feststellt.

Wie kann man sich schützen?

Zum Schutz des Rechners gehören grundsätzlich ein Antivirenprogramm, eine Firewall und ein regelmäßiges Update aller Programme. Vor Drive-by-Infektionen über manipulierte Webseiten schützen sich Nutzer, indem sie die verwendeten Browser sowie alle Plug-ins wie Flash, Java oder den Adobe Reader aktuell halten, rät der Branchenverband. Vielen Trojanern und Würmern gehen Anwender aus dem Weg, wenn sie keine Software aus unsicheren oder unbekannten Quellen installieren und keine Anhänge in E-Mails von unbekannten Absendern öffnen. Wer sichergehen will, dass sein Rechner nicht Teil eines Botnetzes ist, kann dies mithilfe der Seite botfrei.de überprüfen. Als Botnetz wird ein Zusammenschluss vieler mit Schadsoftware infizierter Rechner bezeichnet. Sie werden von Kriminellen ohne Wissen der Nutzer missbraucht, um etwa Spam- und Phishingmails zu versenden oder Server durch massenhafte Anfragen lahmzulegen.

Der beste Schutz vor Phishing und Spam ist nach wie vor gesundes Misstrauen. Banken, Unternehmen oder Behörden würden ihre Kunden niemals per Mail bitten, vertrauliche Daten wie Passwörter oder Kontoinformationen ins Internet einzugeben, warnen die Experten. Solche Mails löschen Nutzer am besten sofort. Gleiches gelte für zweifelhafte oder unerwartete E-Mails mit Links und Anhängen sowie Anfragen in sozialen Netzwerken.

Bei Ransomware handelt es sich um Schadsoftware, die zum Beispiel den Zugriff auf den Rechner sperrt und den Nutzer täuscht oder ängstigt, damit dieser eine Geldzahlung leistet. Oft werden dabei die Logos der Gema, der Polizei oder anderer Behörden und Institutionen missbraucht. Nutzer sollten sich auf die Erpressungen keinesfalls einlassen. Nach einer Zahlung bekommt man in aller Regel trotzdem keinen Zugriff auf seinen Rechner oder seine Daten. Betroffene finden auf der Seite http://bka-trojaner.de Hilfe.

Was sollten Internetnutzer bei Passwörtern beachten?

Internetnutzer sind häufig zu sorglos bei der Auswahl von Passwörtern. Rund 30 Prozent der Nutzer suchten sich eine Folge von sechs oder weniger Zeichen aus, sagte Professor Christoph Meinel vom Hasso-Plattner-Institut in Potsdam. Eine solch kurze Folge reiche für einen sicheren Zugangsschutz längst nicht aus. Das weltweit am meisten verwendete Passwort sei die Ziffernfolge "123456", gefolgt von "12345" und "123456789". Hacker könnten einen solchen Code innerhalb kürzester Zeit knacken. Der Wissenschaftler empfiehlt, niemals den tatsächlichen Namen oder das Geburtsdatum zu verwenden. Das Passwort sollte mindestens acht Zeichen umfassen, wobei Zahlen und Buchstaben sowie verschiedene Schreibweisen gemischt werden.

Quelle: dpa/mim
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