25.01.13

China

Apple entdeckt minderjährige Arbeiter in Fabrik

Apple-Chef Cook löst sein Versprechen ein, stärker auf die Arbeitsbedingungen bei Zulieferern zu achten. Bei Inspektionen wurden in einer Fabrik in China dutzende Jugendliche entdeckt. Das hat Folgen.

Apple hat im vergangenen Jahr die Kontrollen der Arbeitsbedingungen bei seinen Zulieferern deutlich verschärft. Die Zahl der Inspektionen wurde um 72 Prozent auf 393 erhöht, wie aus einem aktuellen Bericht hervorgeht.

Bei einem chinesischen Teile-Produzenten entdeckten die Kontrolleure 74 Arbeiter im Alter unter 16 Jahren. Apple habe die Zusammenarbeit mit der Firma beendet und die Behörden informiert. Die Arbeiter kamen demnach von einem Vermittler, der mit Hilfe der Familien Dokumente gefälscht habe, um das wahre Alter der Jugendlichen zu vertuschen.

Große Fortschritte machte Apple dem Bericht zufolge bei der Einhaltung der maximalen wöchentlichen Arbeitszeit von 60 Stunden. Im vergangenen Jahr hätten sich 92 Prozent der Zulieferer daran gehalten, 2011 seien es lediglich 38 Prozent gewesen. Die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit liege inzwischen unter 50 Stunden. Apple überwache inzwischen dauerhaft die Arbeitszeiten von rund einer Million Menschen.

Erhebliche Probleme beim Umweltschutz

Der Kampf gegen ausufernde Überstunden war zum Teil auf Proteste der Arbeiter gestoßen, weil sie möglichst viel Geld für ihre Familien verdienen wollen und auf viele Überstunden pochen. Apples Auftragsfertiger Foxconn erhöhte zuletzt die Gehälter.

Apple-Chef Tim Cook hatte nach dem Amtsantritt vor knapp anderthalb Jahren das Augenmerk auf die Arbeitsbedingungen verstärkt und mehr Transparenz versprochen. So trat Apple als erster Technologie-Konzern der Fair Labor Association (FLA) bei, einer unabhängigen Organisation, die eigene Inspektionen durchführt.

Die 393 Apple-Kontrollen im vergangenen Jahr betrafen rund 1,5 Millionen Arbeiter in 14 Ländern. Darunter waren 28 unangekündigte Besuche. Erhebliche Probleme wurden dabei beim Umweltschutz festgestellt. So seien an 147 Standorten Chemikalien unsachgemäß gelagert worden. An 106 Standorten sei der Umgang mit gefährlichen Abfällen falsch gewesen. In 96 Betrieben sei der Ausstoß von chemischen Substanzen in die Luft nicht überwacht worden.

Quelle: dpa/cat
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Apple-Spitze
  • Tim Cook

    Jobs holte den Computermanager 1998 zu Apple und vertraute ihm die Führung des operativen Geschäfts an. Der Südstaatler mit der weichen Stimme ordnete die Produktions- und Vertriebskette radikal neu und machte Apple zu einer effizienten Geldmaschine, die Jobs' kühne Visionen umsetzen kann. Im August 2011 übernahm der heute 51-jährige Cook permanent die Konzernführung. Er setzte eigene Akzente: Apple ist merklich offener in der Kommunikation geworden, auch was die Arbeitsbedingungen bei seinen chinesischen Zulieferern angeht. Mit dem Umbau der Chefetage zeigt, Cook, dass er auch hart durchgreifen kann.

  • Jonathan „Jony“ Ive

    Der britische Designer stieß schon Anfang der 90er Jahre zu Apple. Doch erst als Jobs 1997 wieder die Führung übernahm, blühte Ive voll auf. Seine Abteilung bekam größere Räume in einem Hochsicherheitstrakt des Hauptquartiers und die Lizenz zum Experimentieren. Aus Ives Labor stammen Innovationen wie die aktuellen Notebooks aus einem Stück Aluminium sowie das schlichte Design von iPhone, iPad und Mac. Viele Beobachter sehen am ehesten Ive als Jobs-Nachfolger, was die Zukunftsvisionen angeht. Mit seiner neuen Rolle als Verantwortlicher für das Design von Geräten und jetzt auch der Software kommt der 45-Jährige dieser Führungsrolle näher.

  • Eddy Cue

    Der Manager wird seinem Ruf als „Feuerwehrmann“ für brenzlige Angelegenheiten gerecht. Der Chef der iTunes-Plattform musste bereits den schlecht gestarteten Speicherdienst MobileMe retten – und machte die funktionierende iCloud daraus. Nun soll er die misslungenen Apple-Karten fit machen und den oft kritisierten persönlichen Assistenten Siri verbessern. Schon 2011 bekam Cue die Führung des gesamten Bereichs Internet-Software und Dienste übertragen. Damit ist er Chef über den iTunes Store, den App Store und den Büchershop iBooks. Mit dem Online-Speicher iCloud zeichnet er für einen Schlüssel-Bereich für die Zukunft von Apple verantwortlich.

  • Phil Schiller

    Der „Senior Vice President“ für Marketing übernimmt stets die Präsentation der neuen Geräte – vom iPhone 5 bis zum iPad mini. Alle neuen erfolgreichen Produkte von Apple sind unter Schillers Regie vermarktet worden. Auch nach über einem Jahr auf dem Chefposten tritt Tim Cook bei Produktvorstellungen weiterhin in den Hintergrund und überlässt die Präsentation Schiller.

  • Scott Forstall

    Der Stanford-Absolvent hat praktisch sein gesamtes Berufsleben mit Jobs zusammengearbeitet, erst bei dessen Firma Next und dann bei Apple. Forstall zählte zu den Architekten des Computer-Betriebssystems OS X, das Apples Macs antreibt, und entwickelte daraus auch federführend die iOS-Software, mit der die iPhones und iPads laufen. Das machte ihn zur logischen Besetzung für den iOS-Chefposten. Allerdings soll es laut US-Medienberichten Spannungen zwischen Ive und Forstall gegeben haben, dem auch Ambitionen für den Chefposten nachgesagt wurden. Jetzt scheint Forstall diesen Kampf verloren zu haben. Er gibt nach dem Debakel mit dem neuen Kartendienst seinen Posten auf. dpa

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