09.12.12

Daddeln

Altersgerechte Computerspiele bieten Action ohne Gemetzel

Fast alle neuen Titel sind Fortsetzungen erfolgreicher Spiele für PC und Konsolen. Die meisten bieten Action und eine brillante Grafik.

Foto: dapd

Wie finden Eltern ein geeignetes Spiel für ihre Kinder? Auf kindersoftwarepreis.de beispielsweise finden sich regelmäßig prämierte Spiele
Wie finden Eltern ein geeignetes Spiel für ihre Kinder? Auf kindersoftwarepreis.de beispielsweise finden sich regelmäßig prämierte Spiele

Im Schnitt dürfen neunjährige Kinder entweder 45 Minuten fernsehen oder den Computer nutzen. Solche Beschränkungen sind aber wenig hilfreich, wenn Eltern den Konsum elektronischer Medien durch ihre Kinder in den Griff bekommen möchten: "Heute wird mit dem Handy gespielt, im Internet ferngesehen und mit Konsolen gechattet. Darum sind festgelegte Bildschirmzeiten sinnvoller als Fernseh- oder Computerzeiten", sagt Thomas Feibel, Co-Initiator des Kindersoftware-Preises Tommi.

So kann sich ein Achtjähriger aussuchen, ob er eine Stunde fernsieht oder lieber daddelt, und ein Zwölfjähriger überlegen, ob er Gleiches 90 Minuten tut. Für Vier- bis Sechsjährige schlagen Experten 30 Minuten pro Tag mit elterlicher Begleitung vor, für bis zu Zehnjährige sind es 45 und für die Elf- bis 13-Jährigen etwa 60 Minuten.

Doch wie finden Eltern ein geeignetes Spiel für ihre Kinder? Ein grobe Orientierung bietet die auf den DVDs aufgedruckte Altersfreigabe, doch einen besseren Überblick geben spezielle Internetseiten.

Auf kindersoftwarepreis.de beispielsweise finden sich regelmäßig prämierte Spiele, andere Anlaufstellen sind internet-abc.de oder spielbar.de, auf denen detaillierten Empfehlungen gegeben werden. "Gute Kinderspiele sind spannend, unterhaltsam und gewaltfrei. Sie setzen Kinder nicht unter Druck, fordern sie aber dennoch heraus", sagt Feibel.

Für kreatives Spiel lohnt ein Besuch auf der von der Bundesregierung geförderten Seite trickino.de. Dort können sich Kinder kostenlos ein Programm herunterladen, mit dem sich Trickfilme erstellen lassen. Das "Trickfilm-Studio" bietet die grundlegenden Elemente einer Profi-Software und bringt Kindern auf spielerische Weise den Umgang mit Mal-, Animations- und Tonstudio-Programmen bei. In mehreren Schritten lernen sie, wie sie mit der Maus am heimischem Computer eine Figur malen, sie vor einem Hintergrund in Bewegung setzen und ihr laufendes Bild mit Musik, Geräuschen und gesprochenem Wort vertonen. Anschließend bietet ihnen das "Trickfilm-Studio" die Möglichkeit, den fertigen Film auf einer Plattform hochzuladen und auf diese Weise anderen Kindern zu zeigen.

Vernetzung ist auch bei Ubisofts "Your Shape Fitness Evolved 2013" (etwa 45 Euro) entscheidend. Ein virtueller Trainer gibt den Spielern Anweisungen für mehr als 125 Übungen. Im Stile eines sozialen Netzwerks können die Spieler ihre Ergebnisse aus Sparten wie Kraftübung, Cardio, Stretching oder Entspannung miteinander vergleichen. Bei der Wirtschaftssimulation "Port Royale 3" (ab sechs Jahre, rund 35 Euro) sind bis zu vier Spieler via Internet miteinander verbunden, um gegeneinander anzutreten. Auf ihrem Weg zu Ruhm und Macht lernen sie ein komplexes Handelssystem kennen und können kaufmännisches Geschick und wirtschaftliches Verständnis beweisen. Kooperation ist dagegen bei "Disney Micky Epic – Die Macht der 2" (ab sechs Jahre, rund 40 Euro) gefragt, in dem zwei Personen die Steuerung der Helden übernehmen. Nur Hand in Hand können Micky und Oswald die kniffligen Rätsel des Action-Adventures lösen.

Ansonsten ist bei Kindern Action angesagt. Hier kommt es ganz besonders auf die altersgerechte Auswahl an. "Gerade die Lego-Adaptionen bekannter Kinohits liefern reichlich Spektakel für das untere Alterssegment", sagt Feibel. Neu erschienen ist "Lego Der Herr der Ringe" (ab zwölf Jahre, rund 30 Euro) – das bisher beste Spiel der Serie, mit einer Mischung aus frechem Humor und der bekannten Filmstory.

Besonders im Kommen sind Spiele, die virtuelle und reale Welt miteinander verknüpfen. In Sonys "Wonderbook: Das Buch der Zaubersprüche" (ab sechs Jahre, rund 55 Euro) werden Spieler mit der beiliegenden Kamera als Hauptakteure in die Welt Harry Potters projiziert. Die frisch gebackenen Zauberlehrlinge sehen auf dem Bildschirm, wie aus dem interaktiven Buch vor ihren Augen herbeigerufene Zauberer steigen und Aufgaben für sie lösen.

An der Entwicklung der Wonderbook-Geschichten war übrigens Harry-Potter-Autorin J. K. Rowling persönlich beteiligt. Ebenfalls zum Anfassen ist "Skylanders: Giants" (ab sechs Jahre, rund 63 Euro). Die Titelhelden sind herkömmliche Actionfiguren aus Kunststoff. Das Spiel beginnt, wenn der Spieler eine dieser Figuren auf ein mitgeliefertes Portal stellt und sie so in das Spiel hinein "materialisiert". Jeder Charakter hat andere magische Kräfte und kann im Kampf jederzeit durch weitere Figuren ausgetauscht werden. Der Haken am Spiel sind jedoch versteckte Kosten: Kein Kind möchte sich bei dem wachsenden Angebot neuer Figuren mit nur dreien zufriedengeben. Und jede weitere kostet knapp zehn Euro.

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