01.08.12

Hotmail

Microsoft will die E-Mail neu erfinden

Microsoft greift den Konkurrenten Google an. Aus dem antiquierten E-Mail-Dienst Hotmail wird Outlook.com. Was das neue System kann.

Foto: Bloomberg
Web 2.0 Conference
Microsoft Corp.'s Hotmail signage is displayed during the Web 2.0 Expo in San Francisco, California, U.S., on Tuesday, March 29, 2011. Web 2.0 Expo, co-produced by O'Reilly Media, Inc. and UBM TechWeb, runs until March 31. Photographer: Tony Avelar/Bloomberg

Der Software-Marktführer Microsoft greift in die Honigtöpfe von Google. Für das Schreiben und Verwalten von E-Mails im Internet stellte Microsoft am Dienstag den neuen Web-Dienst Outlook.com vor. Die kostenlose Anwendung soll auf lange Sicht Hotmail ablösen – dieser Webmail-Pionier ging bereits 1996 an den Start und wurde 1998 von Microsoft übernommen.

"Wir denken, es ist an der Zeit, die persönliche E-Mail neu zu erfinden", teilte der zuständige Microsoft-Manager Chris Jones im Firmen-Blog mit. Outlook.com breche mit der Vergangenheit und sei von Grund auf neu gestaltet worden. Nutzer von Hotmail können mit wenigen Mausklicks auf den neuen Dienst umsteigen und dabei ihre E-Mails, Kontakte und Einstellungen mitnehmen. Auch Nutzer des Microsoft-Dienstes live.com können mit ihren Zugangsdaten sofort bei Outlook.com einsteigen.

Hotmail wurde am 4. Juni 1996 von Sabeer Bhatia und Jack Smith gestartet und anderthalb Jahre später mit rund zwölf Millionen registrierten Anwendern für 400 Millionen Dollar an Microsoft verkauft. Der Software-Konzern führte mit dem Dienst lange unter den Web-Mail-Diensten, steht jedoch seit einigen Jahren unter dem Druck, gegen Google zu bestehen. Der 2004 gestartete Google-Mail-Dienst Gmail hat nach Firmenangaben 425 Millionen aktive Nutzer im Monat und wäre damit die Nummer eins. Die Marktforscher von ComScore haben hingegen für Gmail nur 289 Millionen Nutzer ermittelt, für Yahoo 298 Millionen und für Hotmail 322 Millionen.

Verknüpfung mit Twitter, Facebook und LinkedIn

Die Oberfläche von Outlook.com ist betont schlicht gehalten. Die Anwender können, so verspricht Microsoft, ihren E-Mail-Eingang mit ihrem Austausch bei Twitter, Facebook oder LinkedIn verknüpfen. In der jetzt bereitgestellten ersten Version ist dies noch nicht umfassend umgesetzt. Auch der von Microsoft übernommene Internettelefonie-Dienst Skype soll später integriert werden. Per E-Mail zugesandte Dokumente lassen sich direkt anschauen und bearbeiten – Microsoft stellt in Outlook.com auch Online-Versionen seiner Büroprogramme Word, Excel und PowerPoint bereit. Die Daten können auch direkt in Microsofts Online-Speicher Skydrive abgelegt werden.

Microsoft will keine E-Mails scannen

"Wir haben gemerkt, dass wir einen mutigen Schritt machen müssen", schrieb Jones. Outlook.com, so verspricht Microsoft, sei kostenlos, verfüge über nahezu unbegrenzten Speicher und einen Spamschutz. Werbung soll nur zurückhaltend eingesetzt werden; einige Nutzer sehen bei bestimmten Ansichten eine rechte Spalte mit Shopping-Angeboten.

"Wir scannen Ihre E-Mail-Inhalte oder Anhänge nicht und verkaufen sie nicht an Werbetreibende oder andere Firmen", versprach Jones mit Blick auf Gmail, dessen Postfach automatisch analysiert wird, um passende Textwerbung einzublenden. "Wir lassen Sie entscheiden, ob Sie ihren E-Mail-Account mit Sozialen Netzwerken verknüpfen wollen und welches Sie dann nutzen möchten", stichelte Jones weiter. Gmail ist mit dem Sozialen Netzwerk Google+ verzahnt.

Der Google-Dienst gewann viele Nutzer mit seinem bereits 2004 eingeführten Speicherplatz von einem Gigabyte. Konkurrenten hatten damals wesentlich weniger Speicher oder kosteten

Quelle: dpa/alu
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Bei den Lohnverhandlungen gab es eine Einigung bei den BVG
Aktualisiert vor 53 MinutenLohnverhandlungen
Beschäftigte werden an Erfolg der BVG beteiligt

Die Löhne der BVG-Beschäftigten sollen in drei Schritten bis 2015 erhöht werden. Das ist das Ergebnis der Tarifverhandlungen. Außerdem gibt es eine Erfolgsbeteiligung. Ein Streik ist abgewendet. mehr...


An der Fleischtheke eines Supermarktes starb der 82 Jahre alte Marcel M.
14:55Mord an Fleischtheke
Mutmaßlicher Messerstecher – Hausmeister fühlte sich bedroht

Marcel M. starb mit 82 Jahren, nachdem er an der Fleischtheke niedergestochen wurde. Den mutmaßlichen Täter kennen die meisten Nachbarn nicht, ein Hausmeister erinnert sich aber an eine Begegnung. mehr...


Rocket-Internet-Geschäftsführer Alexander Kudlich in der Firmenzentrale in Mitte
13:32Rocket Internet
100 Millionen Dollar für Expansion von Zalando-Klon Zalora

Der von Rocket Internet nach dem Zalando-Vorbild in Südostasien gegründete Modeversender Zalora geht auf Expansionskurs. Finanziert von Kinnevik, Summit Partners und Tengelmann. mehr...


Maskierte Polizisten durchsuchen wegen des Verdachts der Bildung einer linksextremistischen Vereinigung ein Haus in Magdeburg
13:28Kriminalität
Hausdurchsuchungen bei mutmaßlichen Linksextremisten

In Berlin und Magdeburg hat die Polizei Objekte von mutmaßlichen Linksextremisten durchsucht. Dabei soll es sich um eine Gruppe handeln, die mehrere Sprengstoffanschläge in Berlin verübt. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Oklahoma Wiedersehen nach dem schweren Tornado
Umzug Karneval der Kulturen 2013 - Berlin ist bunt
US-Kongress Apple verteidigt Steuersparmodell
Xbox One Microsoft stellt neue Spielkonsole vor
 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Bilder von oben

Das zerstörte Oklahoma City aus der Luft

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote