12.07.12

Daten-Diebstahl

Experten entdecken Sicherheitslücke bei EC-Zahlung

Wichtige EC-Kartendaten inklusive Geheimnummern lassen sich laut eines Berichts an Kassen ausspionieren. Rund 300.000 Geräte im deutschen Einzelhandel könnten von der Sicherheitslücke betroffen sein.

Foto: chromorange
EC-Karte
Bargeldlos mit EC-Karte bezahlen: Einem Bericht zufolge könnten Betrüger eine Sicherheitslücke an der Kasse ausnutzen

Beim Bezahlen mit EC-Karten gibt es einem Bericht des ARD-Magazins "Monitor" zufolge Sicherheitslücken. Wie das Magazin berichtete, ist es IT-Experten gelungen, EC-Kartendaten samt Geheimnummern von außen an den Kassen im Einzelhandel auszulesen.

Der Test habe keinen kriminellen Hintergrund gehabt und sei für das Magazin an Originalgeräten unter Aufsicht von Gutachtern versuchsweise durchgeführt worden.

Anbieter bestätigt Sicherheitslücke

Mit den Kartendaten und Geheimnummern könnten Kriminelle neue EC-Karten herstellen, um dann im Ausland Geld abzuheben, hieß es. Das ausgelesene Gerät stamme vom Branchenführer VeriFone. Rund 300.000 dieser Geräte stünden in deutschen Geschäften für den bargeldlosen Zahlungsverkehr mit der EC-Karte bereit.

VeriFone habe die Sicherheitslücke bestätigt. Man sei dabei, für die Kartengeräte ein Softwareupdate zu erstellen, um die "Verwundbarkeit" zu beheben, so der Bericht.

Kreditwirtschaft weist Bericht zurück

Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) wies grundsätzliche Sicherheitslücken im System jedoch zurück. Der Verband spricht für die gesamte Branche, also auch für Sparkassen und Privatbanken.

Selbst wenn es Betrügern tatsächlich gelingen sollte, Kartendaten auszuspähen, verhindere im Girocard-System die chipbasierte Abwicklung den Einsatz einer nachgemachten Karte, erklärte der Bundesverband. Denn neben der PIN sei immer die Originalkarte notwendig, um eine erfolgreiche Transaktion durchzuführen.

Der Versuch von "Monitor" sei unter Laborbedingungen entstanden, sagte ein Sprecher der Kreditwirtschaft. Es gebe keinen Beweis, dass dieses Vorgehen auch unter realen Bedingungen funktioniere.

Die Deutsche Kreditwirtschaft nehme diese neue Angriffsform trotzdem ernst, auch wenn sie in der Realität nur eine theoretische Möglichkeit darstellt.

Quelle: dpa/cat
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