Atomkraft
Höhere Krebsraten nahe Kernkraftwerken bestätigt
Trotz einer Studie, die ein erhötes Krebsrisiko bei Kindern im Umfeld von Atomreaktoren feststellt, sieht das Bundesumweltministerium keinen Anlass, die Strahlenschutzgrenzwerte zu verschärfen. Die Strahlung aus Atomkraftwerken könne die Leukämieerkrankungen nicht erklären, so das Ministerium.
Zuvor hatte die Strahlenschutzkommission (SSK) eine Bewertung der Studie "Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken" vorgelegt. Die SSK bestätigt darin dass es in einem Radius von fünf Kilometern ein erhöhtes Leukämierisiko für Kinder unter fünf Jahren gebe. Die Zentralen Aussagen der Kinderkrebsstudie KiKK, dass unter Fünfjährige im näheren Umkreis von Atomkraftwerken (AKW) häufiger an Krebs erkranken, habe die SSK damit zwar bekräftigt - eine wissenschaftlich nachvollziehbare Ursache für diese Beobachtung gebe es jedoch nicht, weil die Strahlenexposition der AKWs viel zu gering sei, um Leukämie auslösen zu können.
Die Strahlenbelastung müsse um das Tausendfache höher sein, um den Anstieg des Krebsrisikos erklären zu können, so das Umweltministerium. Daher bestehe kein Anlass für Sofortmaßnahmen in der Umgebung der Akw. "Insbesondere wird Eltern von Kleinkindern nicht empfohlen, aus aus dem Fünf-Kilometer-Bereich wegzuziehen." Das Ministerium bedaure, dass die Ursachen der Leukämiefälle weiter im Unklaren blieben. Die Ursachenforschung sei auf breiter Grundlage zu verstärken.
In der Studie hatte das Mainzer Kinderkrebsregister festgestellt, dass zwischen 1980 und 2003 für unter Fünfjährige in der Umgebung von Reaktoren das Leukämierisiko mehr als doppelt so hoch war wie im Bundesschnitt. In absoluten Zahlen hatte es im Fünf-Kilometer-Radius um 16 Anlagen bei Kleinkindern 77 Krebsfälle, darunter 37 Leukämien, gegeben, nach dem statistischen Durchschnitt hätten es nur 48 Krebsfälle, darunter 17 Leukämien, sein dürfen.
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