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12.09.08

Gesundheit

Die zehn wichtigsten Heilkräuter aus China

Energie, Kraft und Gesundheit: Die Traditionelle Chinesische Medizin erfreut sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Die Heilkräuter aus dem Reich der Mitte finden reißenden Absatz. Aber wie wirksam und gesund sind die Pflanzen wirklich? Morgenpost Online stellt die zehn wichtigsten Heilpflanzen vor.

© pa
Traditional Lao medicine - A

In ihrem Heimatland wird sie gerade noch an etwa zehn Prozent der Kliniken praktiziert: Die Traditionelle Chinesische Medizin, abgekürzt TCM. In Deutschland aber gehört sie zu den großen Trends der Naturheilkunde. Immer mehr Ärzte unterziehen ihre Patienten den Nadeln der Akupunktur, seit 1991 gibt es hierzulande spezielle TCM-Kliniken, und Heilkräuter aus dem TCM-Schatz gibt es mittlerweile nicht nur in Apotheken, sondern auch in Reformhäusern und Drogerien.


Viele verbinden mit TCM in erster Linie die Akupunktur, doch die bildet gar nicht den Schwerpunkt des asiatischen Heilsystems. Dessen eigentliche Säule ist vielmehr die Heilpflanzentherapie. Doch deren wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis fällt schwer. Erstens, weil die Zahl der chinesischen Heilkräuter – sie liegt mittlerweile bei über 10.000 – sehr hoch ist. Und zweitens, weil TCM-Ärzte die einzelnen Kräuter oft in großer Anzahl miteinander vermischen und lange auskochen, so dass man eine chinesische Arznei unmöglich standardisieren kann. Wird eine bestimmte Mixtur etwa von einem Arzt X zubereitet, so kann sie ganz anders wirken, als wenn der Arzt Y eine Mixtur aus denselben Kräutern zusammen mischt.


Nichtsdestoweniger existieren für einige Einzelkräuter und Kräutermischungen durchaus brauchbare Wirksamkeitsnachweise. Doch sie sollten den Patienten nicht dazu verführen, sich in Eigenregie irgendwelche TCM-Arzneien zu besorgen. Denn deren Wirksamkeit ist fraglich. Zudem fand man in ihnen schon bedenkliche Panschereien und sogar Gifte wie Cadmium, Quecksilber, Zinnober und Arsen, einige der Anwender erlitten sogar Leber- und Nierenschäden.

Auch sind aus China importierte Heilkräuter oft mit Pflanzenschutzmitteln belastet. "Chinesische Bauern können ihre Kräuter nach wie vor gut verkaufen, wenn sie unter Anwendung von chemischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln angebaut worden sind", erklärt Agrarökologe Wenjun Zhong, der sich hierzulande seit 1996 um die Einfuhr "sauberer" Heilpflanzen aus China bemüht. "Biologisch-dynamischen Anbau für Heilkräuter gibt es bis kaum".

Jährlich gelangen etwa 2000 Tonnen Heilkräuter von China nach Europa. Ihre Qualität kann, abhängig vom Überwachungsstandard der Importeure und Behörden, allerdings sehr unterschiedlich sein. Zudem fördert das boomende Heilkräutergeschäft in China das Entstehen von umweltbelastenden Monokulturen. Wer also in Deutschland importierte Heilkräuter kauft, fördert dadurch den Raubbau an der asiatischen Umwelt.


Seit einigen Jahren bemüht man sich daher in Deutschland um den Eigenanbau von besonders häufig verwendeten TCM-Pflanzen. Diese sind dann in der Regel nicht nur weniger mit Schadstoffen belastet als die chinesischen Importe, sondern auch, trotz des mitteleuropäischen Klimas, von ähnlicher medizinischer Wirksamkeit. Näheres dazu erfährt man bei der Deca (Gesellschaft für die Dokumentation von Erfahrungsmaterial der Chinesischen Arzneitherapie).

Experten warnen aber vor einer Selbstmedikation mit billigen Tees und Fertigmixturen, die unter dem Deckmantel von TCM angeboten werden. Sie raten vielmehr zur Anwendung von Einzelkräutern, die hierzulande schon gut eingeführt sind und von Herstellerseite sorgfältig überprüft werden, oder aber gleich zum Aufsuchen von qualifizierten TCM-Ärzten oder Kliniken.

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