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02.02.12

Krankenkassendaten

Immer mehr Krebserkrankungen in Deutschland

Die Zahl der Menschen, die an Krebs erkranken, nimmt einer Untersuchung zufolge deutlich zu. Dabei sind viele Krebserkrankungen vermeidbar.

dpa

Eine Krebszelle teilt sich: Tumorzellen sind deshalb so bösartig, weil sie sich unendlich vervielfältigen und so den Körper durchwuchern.

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Die Zahl der Krebserkrankungen in Deutschland ist einer Untersuchung zufolge in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Eine in Düsseldorf veröffentlichte Auswertung der KKH-Allianz ergab, dass die Zahl der Brustkrebserkankungen unter den Versicherten der gesetzlichen Kasse von 2006 bis 2010 bundesweit von rund 17.000 auf über 24.000 zunahm.

Die Fälle von Prostatakrebs erhöhten sich im gleichen Zeitraum von rund 8500 auf mehr als 12.000. Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar rief die Krankenkasse dazu auf, die Krebsfrüherkennung regelmäßig zu nutzen.

Zu den häufigsten Krebsarten zählen nach der Auswertung der Krankenkasse Tumore in Brust, Lunge, Prostata und Darm. In Nordrhein-Westfalen sei zwischen 2006 und 2010 die Zahl der Erkrankungen in allen vier Krebsarten nach oben gegangen, allein die Zahl der Brustkrebserkrankungen um 46 Prozent und die der Prostatakrebserkrankungen um 48 Prozent.

In Rheinland-Pfalz lag der Anstieg der Brustkrebserkrankungen im gleichen Zeitraum bei 45 Prozent, der Prostatakrebserkrankungen bei 49 Prozent. Im Saarland betrug der Anstieg 36 Prozent bei Brustkrebs und 27 Prozent bei Prostatakrebs. Bei Darm- und Lungenkrebs gingen die Erkrankungen im Saarland laut KKH um elf beziehungsweise drei Prozent zurück.

Zu den Hauptrisikofaktoren für die meisten Tumorarten zählt weiterhin ein hohes Lebensalter. In Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz verdoppelte sich der Anteil der 70- bis 74-Jährigen unter den an Brustkrebs Erkrankten seit 2006. Experten rechnen damit, dass die Zahl der Krebserkrankungen bis 2050 insgesamt um ein Drittel zunimmt.

Je früher ein Tumor entdeckt werde, desto größer seien die Chancen auf Heilung. Versicherte sollten Leistungen, die ihnen zur Krebsfrüherkennung zustehen, regelmäßig nutzen.

Mindestens die Hälfte aller Krebserkrankungen lassen sich jedoch nach Angaben von Experten mit gesunder Ernährung, ausreichend Bewegung sowie Verzicht auf intensives Sonnenbaden, Rauchen und Alkohol vermeiden.

Wichtig seien daneben Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung und Impfungen zur Vorbeugung bestimmter Krebserkrankungen, so die Epidemiologin Cornelia Ulrich, Direktorin für Präventive Onkologie im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg. So könne beispielsweise Hepatitis B Leberkrebs auslösen. Impfungen gegen das Virus seien daher sinnvoll.

Ulrich untersucht gemeinsam mit ihrem Team aus über 40 Wissenschaftlern verschiedenster Disziplinen unter anderem wie die Entstehung vor Krebs vermieden werden kann.

"In Deutschland gibt es im Bereich Krebsprävention noch erheblichen Entwicklungsbedarf. Ein Ausbau erscheint aber notwendig in einer Gesellschaft mit immer mehr älteren Menschen und damit auch immer mehr Krankheiten", sagte die Forscherin.

Für jede Krebsart gibt es andere Risikofaktoren, das macht die Erforschung der Ursachen so schwierig. Rauchen beispielsweise erhöht das Risiko, an Lungen-, Darm- oder Speiseröhrenkrebs zu erkranken.

"Brustkrebs hat dagegen eher mit Hormonspiegeln, Gewicht und Bewegung zu tun." Auch spontane Mutationen können die Ursache sein. "Es gibt natürlich Menschen, die alles richtig machen und trotzdem an Krebs erkranken", sagte Ulrich.

Quelle: epd/dpa/oc
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