Alkoholstatistik
Komasaufen bleibt ein Trend unter Jugendlichen
Pro Tag kommen 71 junge Menschen mit einer akuten Alkoholvergiftung ins Krankenhaus. Unter den "Komasäufern" sind weniger Kinder – aber mehr Jugendliche.
Bei Jugendlichen ist der Trend zum "Komasaufen" ungebrochen – bei Kindern aber gibt es erste Erfolge im Kampf gegen Alkoholmissbrauch. Das belegen neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Sie stammen aus der Krankenhausdiagnosestatistik für das Jahr 2010.
Im vergangenen Jahr mussten weniger Kinder zwischen 10 und 15 Jahren aufgrund akuten Alkoholmissbrauchs stationär behandelt werden. Ihre Anzahl je 100.000 Einwohner ging gegenüber 2009 um 5,5 Prozent auf 102,8 zurück. Bei den Jugendlichen zwischen 15 und 20 Jahren hingegen gab es eine Zunahme um 2,9 Prozent auf 513,3 Fälle je 100.000 Einwohner.
Bei den Kindern sind Mädchen überdurchschnittlich häufig betroffen, bei den Älteren dominieren die Männer mit 65 Prozent.
Insgesamt wurden knapp 26.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 10 und 20 Jahren wegen einer akuten Alkoholvergiftung in einem Krankenhaus behandelt. 2009 waren es noch 400 mehr gewesen.
Was Alkohol bewirkt
Alkohol beeinflusst vor allem die Zentren des Gehirns, die Bewusstsein und Gefühle steuern. Wie stark der Alkoholgehalt des Blutes beim Trinken steigt, hängt von Gewicht, Geschlecht und körperlicher Verfassung ab. Weitaus stärker gefährdet sind Kinder.
1 Promille bedeutet, dass 1 Liter Blut 1 Milliliter reinen Alkohol enthält. Schon ab 0,2 Promille verändern sich subjektives Erleben und persönliches Verhalten, man fühlt sich zwangloser, Sehfähigkeit und Konzentration lassen nach.
Bei etwa einem Promille beginnt der Rausch: Es kommt zu Gleichgewichts- und Sprachstörungen. Über drei Promille können zur Alkoholvergiftung führen - schlimmstenfalls zum Tod durch Atemstillstand.
Geübte Trinker überleben bisweilen mit extremen Alkoholwerten im Blut: Die Polizei in Stralsund griff im November 2008 einen hilflosen Mann mit 7,67 Promille auf.
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