Infektion
Gentechnik-Mücken sollen Gelbfieber bekämpfen
Gegen Gelbfieber helfen bislang weder eine Impfung noch eine spezielle Therapie. Deshalb soll dien Gene von Gelbfiebermücken verändert werden.
Forscher am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg haben Sindbis-Viren bei Culex-Mückenarten (l.) in Baden-Württemberg gefunden. Auch die Tigermücke (r.) wurde bereits in Deutschland nachgewiesen. Der eingewanderte Blutsauger überträgt Krankheiten wie Dengue-Fieber oder den West-Nil-Virus.
Gentechnisch veränderte Mücken könnten im Kampf gegen die Ausbreitung von Denguefieber und Malaria eingesetzt werden. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher nach Feldversuchen mit gentechnisch auf einen frühen Tod programmierten Gelbfiebermücken, über die sie im Fachjournal " Nature Biotechnology " berichten. Die Mücken sind Überträger des Virus, das Denguefieber verursacht.
50 bis 100 Millionen Menschen erkranken jährlich an Denguefieber. 20.000 von ihnen sterben, die meisten davon Kinder. Bislang gibt es weder eine Schutzimpfung noch eine spezielle Therapie. Viele Bekämpfungsansätze richten sich daher gegen die Überträger der gefährlichen Viren, die Gelbfiebermücken (Aedes aegypti).
Die Wissenschaftler um Luke Alphey von der Universität Oxford prüften nun, ob sich gentechnisch auf einen frühen Tod programmierte Mückenmännchen im Freiland beim Kampf um paarungsbereite Weibchen durchsetzen können.
Bislang wurden bei solchen Ansätzen meist mit Bestrahlung sterilisierte Männchen eingesetzt. Die von der dafür notwendigen Dosis geschwächten Tiere haben jedoch viel schlechtere Paarungschancen als ihre "wilden" Artgenossen. Das machte die Methode wenig effektiv.
Das Team um Alphey kreierte Gelbfiebermücken, die ohne Gabe des – im Freiland nicht vorkommenden – Antibiotikums Tetracyclin vor der Geschlechtsreife sterben. Die meisten ihrer Nachkommen können ohne die Substanz ebenfalls nicht überleben. Der Stamm besaß außerdem ein fluoreszierendes Markergen, so dass die Nachkommen der gentechnisch veränderten Tiere von denen wilder Mücken unterschieden werden konnten.
Etwa 20.000 männliche dieser gentechnisch veränderten Mücken entließen die Forscher binnen eines Monats in ein etwa zehn Hektar großes Gebiet auf der karibischen Insel Grand Cayman. Sie stellten künstliche Nester auf, in die einige Weibchen ihre Eier legten. Dank des fluoreszierenden Markergens ließen sich Larven mit genetisch verändertem Vater von den Nachkommen «wilder Väter» unterscheiden.
Die Mückenmännchen aus dem Labor befruchteten etwa halb so viele Weibchen wie ihre wilden Konkurrenten. Dieser Paarungserfolg zeige, so die Forscher, dass die genetisch veränderten Mücken künftig eine Maßnahme im Kampf gegen Denguefieber werden könnten.
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