Gesundheitstipp
Welches Hausmittel bei Lippenherpes hilft
Montag, 8. August 2011 15:10 - Von Elke BodderasZinkhaltige Pasten können zwar die Heilung beschleunigen, aber das Herpesvirus nicht stoppen. Das gelingt jedoch mithilfe einer Pflanze.

An den medizinischen Nebenwirkungen von Zahnpasta gegen allerlei Gebrechen hat die Wissenschaft bisher die positive Wirkung gegen Pickel und Zahnstein nachweisen können. Wer dagegen schon einmal versucht hat, seinen Lippenherpes mit „Dentagard natürlich weiß“ oder „Dr. Best Erdbeer“ zu entfernen, wird anschließend die Tube frustriert beiseitegelegt haben, mit dem Schwur, niemals wieder etwas auf Hausmitteltipps zu geben. Zu Unrecht, wie der Mediziner weiß.
Denn Zahnpasta kann wirklich gegen Herpes helfen – vorausgesetzt, sie enthält Zink. So versiegelt zwar eine x-beliebige Zahncreme die Stelle luftdicht und schützt so vor weiteren Infekten, aber nur Zink-Pasta beschleunigt tatsächlich die Heilung. Zinkverbindungen töten die Keime, die sich in der Wunde sammeln, lindern die Entzündung, fördern die Wundheilung.
Doch schafft es auch die beste Zinkcreme nicht, das Herpesvirus zu stoppen. Das gelingt einem anderen Hausmittel, der Zitronenmelisse, wie Heidelberger Forscher kürzlich bewiesen haben. Im Reagenzglas zeigten sie, dass das Öl der Pflanze das Virus in Schach hält – und die Infektion einer Zellkultur um mehr als 97 Prozent verringern kann.
Melissen-Öl blockiert die Viren, noch bevor sie in die Zellen hineinschlüpfen können. Die Heidelberger empfehlen, es aufzutupfen, die Haut sauge es rasch auf. Erste Tests an Menschen seien vielversprechend verlaufen.
Zum Schluss die schlechte Nachricht: Herpesviren werden nicht nur über Küsse und Trinkgläser weitergegeben. Auch Handtücher, Servietten, Geschirr- und Reinigungstücher übertragen die Viren, denen auch eine Waschmaschinenwäsche bis 40 Grad nichts anhaben kann.
Wie hartnäckig Herpes tatsächlich ist, fanden Forscher am Hohenstein-Institut für Hygiene und Biotechnologie heraus. In einer Art Marathon für Herpes simplex überlebten die hartnäckigsten Viren bis zu 48 Stunden auf Textilien bei Raumtemperatur – und länger als acht Wochen auf harten Oberflächen.
Erschienen am 29.07.2010


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