12.02.13

Fitness-Ratgeber

Eiweiß wirkt doppelt gegen Fett und Übergewicht

Fitness ist eine Wissenschaft für sich: Wer Muskeln und Ausdauer stärken möchte, muss neben dem Training auch die Ernährung beachten. Doch was ist nützlich, was ist unnütz?

Foto: Infografik Die Welt

Für einen muskulösen Körper gehen immer mehr Deutsche regelmäßig ins Fitnessstudio. Mit der richtigen Ernährung lässt sich der Trainingseffekt jedoch noch verstärken
Für einen muskulösen Körper gehen immer mehr Deutsche regelmäßig ins Fitnessstudio. Mit der richtigen Ernährung lässt sich der Trainingseffekt jedoch noch verstärken

Freizeitsportler stoßen spätestens im Fitnessstudio auf den mehr oder minder dezenten Hinweis: Mit einer eiweißreichen Ernährung tun sie ihrem Körper etwas Gutes. Meist folgt schnell der Tipp für die ultimative Protein-Kost oder einen fix geschlürften Shake.

Doch es ist mehr als eine Modeerscheinung: Eine eiweißreiche Ernährung kann auch Übergewicht vorbeugen. Forscher vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam wollten wissen, warum, und fanden die Ursache nicht in den Lebensmitteln selbst, sondern in ihren Nebenwirkungen: Wer viel Eiweiß oder Eiweißbestandteile aufnimmt, isst weniger und trinkt automatisch mehr.

Die Wissenschaftler setzten für ihren Erkenntnisgewinn Mäuse auf vier verschiedene Diäten: eine Futtermischung mit Molke-Eiweiß, solche mit den Eiweiß-Bestandteilen Leucin oder Alanin und eine mit einem normalen Anteil von Eiweiß. Eine Woche lang wurden Wasser- und Nahrungsaufnahme der Tiere ebenso protokolliert wie Veränderungen im Körperfettgehalt und im Fettstoffwechsel.

Höhere Aufnahme von Wasser

Das Ergebnis: Die Eiweiß-Konsumenten unter den Mäusen tranken schon fünf Stunden nach Umstellung auf das eiweißreiche Futter mehr, fraßen weniger – und nahmen im Vergleich zu den Tieren mit Normalkost auch nicht zu. Mehr noch: Ihre Werte beim Cholesterin und Leberfett waren erstaunlich niedrig. In der Leber wurde sogar weniger neues Fett gebildet. Der Effekt war umso größer, je mehr Aminostickstoff über die Eiweiße oder deren Bestandteile aufgenommen wurde.

Die Forscher um Susanne Klaus kommen zu dem Schluss, dass die höhere Aufnahme von Wasser der Grund für die sättigende Wirkung des Futters ist. Auslöser für den auffälligen Durst ist laut den Forschern der hohe Gehalt an Aminostickstoff. Der muss über den Urin ausgeschieden werden, damit der Körper nicht mit Ammoniak vergiftet wird.

Nahrungsergänzungsmittel überflüssig

Doch bevor diese Forschung jetzt als Begründung für den Griff zum Eiweiß-Shake herhalten muss: Ernährungswissenschaftler halten Nahrungsergänzungsmittel nach wie vor für überflüssig: "Den Eiweißbedarf zu decken, gelingt auch durch normale Ernährung", sagt Christiana Gerbracht vom DIfE. "Bewusstes Essen ist viel besser, als irgendwelche Shakes zu nehmen."

Auch Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sagt: "Die Eiweißzufuhr ist in den Industrienationen relativ hoch. Wir sind gut versorgt."

Die positive Wirkung des eiweißreichen Futters war bei den Mäusen mit Leucin oder Alanin übrigens etwas geringer als bei denen mit der Molke-Eiweiß-Mischung. Leucinhaltige Sportlernahrung, die zum Muskelaufbau angepriesen wird, ist also offenbar nicht der Weisheit letzter Schluss.

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