08.02.2013, 11:32

Arzneimittel Kleinere Packungen können einen Suizid verhindern


Nur ein paar Tabletten zuviel können zu einem tödlichen Leberversagen führen

Foto: Patrick Pleul / picture alliance / dpa

Nur ein paar Tabletten zuviel können zu einem tödlichen Leberversagen führen Foto: Patrick Pleul / picture alliance / dpa

Beim Schmerzmittel Paracetamol ist eine sorgsame Dosierung lebenswichtig. Britische Forscher haben nun herausgefunden, dass mit kleineren Packungsgrößen viele Sterbefälle verhindert werden können.

Die Einführung kleinerer Packungen des Schmerzmittels Paracetamol hat einer Studie zufolge in Großbritannien auch zur Verringerung von Suiziden mit Hilfe des Medikaments geführt.

Wie Forscher der Universität von Oxford in England herausfanden, sank die Zahl der Suizide oder unbeabsichtigten Todesfälle im Zusammenhang mit Paracetamol zwischen 1998 und 2009 um 43 Prozent. Im Jahr 1998 war eine Regelung eingeführt worden, wonach die Tabletten nur noch in kleineren Packungen verkauft werden dürfen.

Die Maßnahme sei 1998 aus genau dem Grund getroffen worden, dass es eine zu hohe Anzahl von Überdosen von Paracetamol sowie steigende Zahlen von Todesfällen und Lebertransplantationen wegen einer Vergiftung mit Paracetamol gegeben habe, schrieben die Autoren in ihrem Beitrag für die neue Ausgabe des Fachblatts "British Medical Journal" (BMJ).

Tödlicher Leberschaden

Paracetamol führt in Überdosis zur Vergiftung und schadet der Leber extrem. Die maximale Dosis für einen Erwachsenen liegt bei drei bis vier Gramm pro Tag.

Trotzdem gebe es mit durchschnittlich 121 Todesfällen pro Jahr noch zu viele Opfer im Zusammenhang mit Vergiftungen durch Paracetamol – seien sie gewollt oder unbeabsichtigt, schrieb der Psychiater Keith Hawton, der Hauptautor der Studie.

Er sprach sich daher für weitere Maßnahmen aus, etwa für Packungen mit noch weniger Tabletten oder eine Reduzierung der Konzentration des Medikaments pro Tablette von maximal 500 Milligramm auf 325 Milligramm.

(AFP/shl)
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