30.01.13

Verhütungsmittel

Frankreich zieht Bayer-Pille aus dem Verkehr

Die Antibabypille Diane 35 wird in Frankreich wegen möglicher gravierender Nebenwirkungen vom Markt genommen: Mindestens vier Todesfälle sollen auf die Einnahme des Präparates zurückgehen.

Foto: AFP

In Frankreich bald verboten: Das häufig als Antibabypille verschriebene Akne-Medikament Diane 35 von Bayer
In Frankreich bald verboten: Das häufig als Antibabypille verschriebene Akne-Medikament Diane 35 von Bayer

Das häufig als Verhütungsmittel verschriebene Akne-Medikament Diane 35 des deutschen Pharmakonzerns Bayer darf demnächst in Frankreich nicht mehr verkauft werden.

Die Marktzulassung des Medikaments, das in Frankreich mit vier Todesfällen in Verbindung gebracht wird, solle binnen drei Monaten ausgesetzt werden, teilte die französische Arzneimittelaufsicht (ANSM) in Paris mit. Bis dahin sollten alle Diane-35-Packungen aus dem Verkehr gezogen sein, betonte ANSM-Chef Dominique Maraninchi.

Die Entscheidung der ANSM gilt auch für kostengünstigere Nachahmungen, sogenannte Generika. Maraninchi rief Frauen, die Diane 35 einnehmen, aber auf, das Medikament nicht sofort abzusetzen. Sie sollten ihren Arzt aufsuchen, es gebe "zahlreiche" andere Therapiemöglichkeiten.

In Frankreich werden vier Todesfälle in Folge von Thrombosen mit der Einnahme des Medikaments in Zusammenhang gebracht. Die Aufsichtsbehörde die Ärzte in Frankreich hatte bereits dazu aufgerufen, Diane 35 nicht mehr als Verhütungsmittel zu verschreiben.

Präparat wird von 315.000 Frauen eingenommen

Das Medikament ist in Frankreich seit 1987 als Mittel gegen Akne zugelassen. Weil es wegen der enthaltenen Hormone eine verhütende Wirkung hat, wird es aber auch als Anti-Baby-Pille eingenommen – in Frankreich laut ANSM von 315.000 Frauen.

Bayer hatte in einer Erklärung hervorgehoben, dass das Medikament nur zur Behandlung von Akne verschrieben werden dürfe. Als Mittel zur Empfängnisverhütung werde Diane 35 nicht empfohlen.

Der Beipackzettel weise zudem deutlich auf das Risiko einer Thrombose hin. Bei Thrombosen handelt es sich um Blutgerinnsel, die Lungenembolien und Schlaganfälle auslösen können.

Ein Sprecher des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn sagte, die Verschreibung von Diane-35-Pillen werde in Deutschland "sehr restriktiv" gehandhabt. Die Verschreibung ausschließlich zur Verhütung sei hierzulande "nicht mehr möglich".

Quelle: AFP/oc
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