28.01.13

Mikroorganismen

Bakterienmix beeinflusst die Bildung von Wolken

In bis zu zehn Kilometer Höhe tummelt sich ein Mix verschiedenster Bakterienarten. Sie können das Wetter beeinflussen, glauben Forscher. Auch Krankheiten könnten sich über den Himmel verbreiten.

Foto: pa

1) Federwolke = Cirrus: 8000 bis12.000 Meter Höhe. Cirrus besteht aus Eiskristallen. Sie bildet sich manchmal aus dem Oberteil von Cirrostratus-Wolken, wenn deren dünneren Teile verdunsten. Durch starke Höhenwinde können sie ausfransen. Werden die Cirren im Tagesverlauf weniger, hat sich das Wetter beruhigt, und es wird schön. Ziehen sie von SW bis NW heran und verdichten sich, ist in den nächsten zwei Tagen mit Wetterverschlechterung zu rechnen; der Luftdruck fällt. Fußnote: Höhenangaben bezeichnen nicht die Gesamthöhe der Wolken, sondern den Bereich, innerhalb dessen sie auftreten können.

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Die Atmosphäre enthält selbst in großer Höhe ein Sammelsurium von Mikroorganismen. In einer Studie fanden Forscher der US-Weltraumbehörde Nasa in der mittleren bis oberen Troposphäre diverse Gemeinschaften von Pilzen und Bakterien. Das berichten die Wissenschaftler um Natasha DeLeon-Rodriguez in den Proceedings der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften ("PNAS").

Die Keime können demnach das Klima über verschiedene Wege beeinflussen.

Bakterien gelten als wahre Überlebenskünstler: Solche Mikroorganismen besiedeln etwa heiße Tiefseequellen ebenso wie abgeschiedene Spalten tief in der Erde oder etwa Haarspray. Nun nahmen Nasa-Mitarbeiter von Flugzeugen aus Luftproben in etwa zehn Kilometern Höhe über der Karibik und dem westlichen Atlantik.

Dabei sammelten sie Partikel vor, während und nach zwei Hurrikans in Filtern und analysierten dann deren Inhalt.

17 verschiedene Gruppen von Bakterien

In der Größenordnung von 0,25 bis 1 Mikrometer Durchmesser waren etwa 20 Prozent aller gefangenen Teilchen lebensfähige bakterielle Zellen. Insgesamt bestimmten die Forscher 17 verschiedene Gruppen von Bakterien. Offenbar hatten Luftbewegungen die Mikroorganismen, darunter auch Pilze, ähnlich wie Staub- oder Salzteilchen in die Höhe gewirbelt.

Winde und Stürme könnten Bakterien und andere Organismen so über größere Strecken transportieren und verteilen, schreiben die Wissenschaftler. So könnten sich möglicherweise auch Krankheiten verbreiten.

Noch spannender jedoch ist der mögliche Einfluss der Keime auf das Klima. Manche der Bakterien können Kohlenstoffverbindungen verstoffwechseln – möglicherweise auch Stoffe in der Atmosphäre wie etwa Oxalsäure.

Vor allem aber können manche Mikroorganismen ebenso wie andere Teilchen als Kerne dienen, an denen Feuchtigkeit kondensiert. Auf diese Weise könnten die Organismen zur Wolkenbildung und zu Niederschlägen beitragen.

Beeinflussen die Bakterien auch das Klima?

"Diese Resultate deuten darauf hin, dass es einen weitreichenden transkontinentalen Transport lebensfähiger Bakterien gibt mit möglicherweise wichtigen Folgen für die Biogeografie von Bakterien", schreiben die Wissenschaftler.

"Unsere Ergebnisse liefern auch Hinweise darauf, dass luftgetragene Mikrobenzellen für das Ausmaß von Wolkenbildung und Niederschlägen wichtiger sind als bisher vermutet. Man sollte diesen Mikroben und ihrer Rolle in der Atmosphäre eindeutig mehr Aufmerksamkeit schenken als bisher."

Quelle: dpa/ph
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