28.01.13

Bayer-Medikament

Pille soll tödliche Thrombosen verursacht haben

Das Akne-Medikament Diane 35 des Pharmakonzerns Bayer wird in Frankreich mit mehreren Todesfällen infolge von Blutgerinnseln in Zusammenhang gebracht. Die Behörde für Arzneimittelsicherheit ermittelt.

Foto: AFP

Streifen mit Anti-Baby-Pillen auf Basis von Diane 35. Das Bayer-Medikament steht im Verdacht, Thrombosen ausgelöst zu haben
Streifen mit Anti-Baby-Pillen auf Basis von Diane 35. Das Bayer-Medikament steht im Verdacht, Thrombosen ausgelöst zu haben

In Frankreich werden mehrere Todesfälle im Zusammenhang mit der Einnahme eines vom deutschen Pharmakonzern Bayer hergestellten Akne-Medikaments untersucht, das auch zur Verhütung eingesetzt wird. Die Nationale Behörde für Arzneimittelsicherheit (ANSM) kündigte eine genaue Analyse von Diane 35 an. Bayer verwies in einer Erklärung darauf, dass der Beipackzettel deutlich auf das Risiko einer Thrombose hinweise.

Diane 35 und kostengünstigere Nachahmungen des Medikaments würden genau untersucht, erklärte die ANSM. Ein vollständiger Bericht dazu sowie Maßnahmen hinsichtlich der Einnahme des Mittels würden in den kommenden Tagen bekannt gegeben. Das Mittel wird mit mehreren Todesfällen infolge einer Thrombose in Verbindung gebracht.

Die Onlineausgabe der französischen Zeitung "Le Figaro" hatte am Samstag berichtet, sieben Todesfälle stünden im Zusammenhang mit der Einnahme von Diane 35 oder davon abgeleiteten Generika. Vier Fälle seien dem Medikament, das auch in Deutschland erhältlich ist, eindeutig zuzuschreiben.

Vier Todesfälle in 25 Jahren

Die ANSM teilte mit, sie untersuche vier Todesfälle in den vergangenen 25 Jahren. Den anderen drei von "Le Figaro" genannten Todesfällen lägen andere Leiden der Betroffenen zugrunde, Diane 35 könne dafür anscheinend nicht verantwortlich gemacht werden. Die ANSM stützt sich nach eigenen Angaben auf Aussagen von Ärzten seit 1987. In diesen Aussagen würden 125 weitere Thrombose-Fälle im Zusammenhang mit Diane 35 und ihren Generika genannt.

Bei Thrombosen handelt es sich um Blutgerinnsel, die nicht zwangsläufig gefährlich sind. Sie können aber Lungenembolien und Schlaganfälle auslösen oder im Gehirn auftreten.

In Frankreich ist Diane 35 seit 1987 als Akne-Mittel zugelassen. Weil es wegen der enthaltenen Hormone eine verhütende Wirkung hat, wird es aber auch als Anti-Baby-Pille genommen.

"Thromboserisiko war bekannt"

In einer Stellungnahme schrieb Bayer: "Das Risiko für eine arterielle und venöse Thrombosenembolie ist ein bekannter und in der Packungsbeilage klar gekennzeichneter Effekt." Außerdem dürfe Diane 35 nur zur Behandlung von Akne und nur unter Berücksichtigung der Gebrauchshinweise verschrieben werden.

Als Mittel zur Empfängnisverhütung werde Diane 35 in Frankreich nicht empfohlen. In den 116 Ländern, in denen das Medikament auf den Markt gebracht worden sei, habe es keinerlei nachträgliches Verbot gegeben.

In Frankreich stehen derzeit auch Anti-Baby-Pillen der dritten und vierten Generation wegen ihres erhöhten Thrombose-Risikos in der Kritik. Im Dezember hatte eine junge Frau, die seit einem Schlaganfall schwer behindert ist, in Frankreich Klage gegen Bayer wegen der Vermarktung der Anti-Baby-Pille Meliane eingereicht. Seither wurden 14 weitere Klagen wegen Pillen der dritten und vierten Generation eingereicht, von denen mindestens eine Diane 35 betrifft.

Quelle: AFP/tts
© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Belästigungsvideo "Ich betreibe Kampfsport und habe trotzdem…
Vorsicht Kamera! Hochzeit aus der Sicht einer Whiskey-Flasche
Nach Pokalsieg Pep Guardiola denkt nur noch an Borussia Dortmund
Israel Radikaler Rabbiner überlebt Attentat
Top Bildershows mehr
Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Kleine Horror-Show

Halloween, das Fest des Gruselns

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote