03.01.13

Vogelgrippe

Geflügelhof in Hessen zum Sperrgebiet erklärt

Jahrelang war das Vogelgrippe-Virus nicht auf Geflügelhöfen in Deutschland aufgetaucht, doch nun gibt es binnen vier Wochen den zweiten Fall. In Nordhessen wurden 60 Enten und Hühner getötet.

Foto: pa/dpa/dpa-ZB

Bundeswehrsoldaten in Schutzanzügen stehen im Februar 2006 an einem Dekontaminationspunkt am Fähranleger Saßnitz-Mukran auf der Insel Rügen. Die ersten an Vogelgrippe gestorbenen Vögel hatten vor sechs Jahren in Deutschland für große Aufregung gesorgt. Nun sind wieder Geflügelhöfe betroffen, diesmal in Hessen
Bundeswehrsoldaten in Schutzanzügen stehen im Februar 2006 an einem Dekontaminationspunkt am Fähranleger Saßnitz-Mukran auf der Insel Rügen. Die ersten an Vogelgrippe gestorbenen Vögel hatten vor sieben Jahren in Deutschland für große Aufregung gesorgt. Nun sind wieder Geflügelhöfe betroffen, diesmal in Hessen

Erneut ist auf einem Geflügelhof in Nordhessen das Vogelgrippe-Virus H5N2 ausgebrochen. Insgesamt 60 Enten und Hühner seien getötet worden, sagte der Landrat des Kreises Waldeck-Frankenberg, Reinhard Kubat.

"Wir haben ein Sperrgebiet von einem Kilometer angeordnet", betonte er. Zuvor hatte das Nachrichtenportal "hna.de" über den Fall in Gemünden (Wohra) berichtet. Demnach wurde der Erreger bereits am 28. Dezember 2012 entdeckt.

Es seien Proben gezogen worden, sagte Kubat weiter. Nach seinen Angaben handelt es sich den Untersuchungsergebnissen zufolge um einen niedrigpathogenen, also weniger krankheitserregenden Typ. Er berief sich auf das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. Für Menschen bestehe keine Gefahr. Kubat sagte, er hoffe, die Sperrung in wenigen Wochen wieder aufheben zu können.

Erst vor rund vier Wochen war ein H5N2-Virus auf einem Hof eines Hobbyzüchters im benachbarten Landkreis Kassel entdeckt worden. Dort wurden elf Gänse, 25 Enten und vier Hühner getötet.

Zuvor waren nur Wildvögel befallen

Nach Angaben des hessischen Verbraucherschutzministeriums war dies der erste Fall von Vogelgrippe in einem Betrieb in Hessen überhaupt. Zuvor war das Virus in Hessen nur bei Wildvögeln festgestellt worden.

Die Krankheit war erkannt worden, als der Hobbyzüchter Tiere auf einer Geflügelmesse ausstellen wollte und dafür eine Gesundheitsbescheinigung für die Tiere brauchte.

Der Landkreis gab Entwarnung, nachdem 850 Tieren im Umkreis untersucht worden waren. Alle Tests seien negativ ausgefallen, sagte ein Kreissprecher.

Mitte Januar sollen die Tiere zur Sicherheit erneut untersucht werden. Davor war das H5N2-Virus in Deutschland nach Angaben des FLI zuletzt vor vier Jahren in Sachsen aufgetreten.

Übertragung auch auf den Menschen möglich

Die Vogelgrippe ist eine Erkrankung bei Vögeln, die durch Grippeviren hervorgerufen wird. Mehr als ein Dutzend Unterarten sind bekannt, von denen einige auch den Menschen infizieren können. Diese Unterarten tauschen Eiweiße auf ihrer Oberfläche gegen Eiweiße des menschlichen Grippevirus aus, was eine Übertragung auf den Menschen ermöglicht.

Seit dem ersten Vogelgrippefall bei einem Menschen 1997 haben sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO mehr als 600 Menschen mit dem Virus infiziert – mehr als die Hälfte von ihnen überlebten nicht. Bisher allerdings wurde das Virus nicht von Mensch zu Mensch übertragen.

Quelle: dpa/AFP/oc
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