24.12.12

Verbrauchergesundheit

Kunstschnee aus der Spraydose kann Krebs auslösen

Die weiße Weihnacht wird wohl ausfallen. Da liegt die Versuchung nahe, die Spraydose mit Kunstschnee zu zücken. Doch Vorsicht: Ihr Inhalt kann krebserregend sein.

Von Rebecca Winkels
Foto: picture-alliance / OKAPIA KG, Ge

Kunstschnee aus der Spraydose – das ist in Innenräumen keine gute Idee
Kunstschnee aus der Spraydose – in Innenräumen kann die Anwendung gesundheitsschädlich sein

Schaut man sich derzeit in den meisten deutschen Städten um, so gibt es kaum Grund zur Hoffnung auf weiße Weihnachten. Warum sich also den Schnee nicht einfach ins Haus zaubern? Schneesprays machen es möglich. Mit einem Sprühstoß sind wir der zauberhaften Winterlandschaft ein kleines Stück näher.

Eine Zauberlandschaft, die fatale Folgen für die Gesundheit haben könnte, wie das rheinland-pfälzische Umweltministerium meint. Denn viele der Sprays enthielten krebserregende Chemikalien.

Bei ihrer Beurteilung stütze sich das Ministerium auf Untersuchungen von Greenpeace. Einer Studie zufolge enthielten vier von sechs getesteten Dekosprays krebserregende Substanzen in hoher Konzentration – beispielsweise N-Nitroso-morpholin, mit mehreren Hundert Milligramm pro Kilogramm. Es gehört zur Substanzklasse der N-Nitrosamine, die das Erbgut schädigen und so Krebs auslösen können. N-Nitrosamine gehören nach heutigem Forschungsstand zu den stärksten kanzerogenen und mutagenen Substanzen.

Stärkere Gefahr außerhalb der Dose

Vor allem die Produkte der Firmen Meyco Hobby und Goodmark waren stark belastet. Aber auch die Dosen von Gerd Rodermund sowie Riffelmacher und Weinberger enthielten die Substanz in nicht zu vernachlässigender Konzentration. Einzig in den Sprays von Brauns-Heitmann und Solchim wies das Labor keine Spuren nach.

In der EU ist N-Nitroso-morpholin verboten. Sie werden zwar nicht gezielt verwendet, können aber als Reaktions- oder Zersetzungsprodukte ungewollt entstehen. Wie und wann die Substanz in die Dosen gelangt ist, ist bisher unklar. Fakt ist: Die Belastung des Kunstschnees nimmt zu, sobald er die Dose verlässt.

Warnung vor der Anwendung

"Krebserzeugende Substanzen haben in Haushaltsprodukten nichts verloren", fordert Jürgen Knirsch, Greenpeace-Experte für nachhaltigen Konsum. "Besonders bedenklich ist es, wenn gerade Kinder ihnen ausgesetzt werden."

Dieser Einschätzung stimmt nun auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu, das vor allem Kleinkinder gefährdet sieht. Sie könnten das Spray essen oder den gefährlichen Stoff einatmen. Das BfR und das rheinland-pfälzische Umweltministerium warnen wie zuvor schon Greenpeace eindringlich davor, die Sprays zu nutzen. Vor allem in Innenräumen erhöhe sich das Risiko erheblich.

Wer also unbedingt Schnee an Weihnachten haben will, sollte Vorsicht walten lassen und vielleicht doch lieber auf ein bisschen Glück und einen plötzlichen Wintereinbruch hoffen.

Quelle: mit dpa
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