19.11.12

Langzeitstudie

Glückliche Teenager verdienen im Alter mehr Geld

Wer mit seinem Leben zufrieden ist, verdient später zehn Prozent mehr, wer besonders unglücklich ist, ein Drittel weniger als der Durchschnitt. IQ oder Selbstbewusstsein spielen dabei keine Rolle.

Foto: pa/KPA/Thomas
Junge Frau / Teenager, steht mit Einkaufstaschen exklusiv gekleidet, blickt sexy in die Kamera / young woman / teenager, standing with shopping bags being exclusively dressed, looking at the camera in a sexy way
Glücklich sein zahlt sich aus, sagt eine Studie britischer Ökonomen. Sie analysierten Daten von mehr als 10.000 US-Amerikanern

Dass es wohlhabenden Menschen im Durchschnitt besser geht als armen, ist keine sonderlich überraschende Erkenntnis. Mehr Geld, weniger Sorgen, könnte man leicht meinen.

Der Zusammenhang zwischen Wohlstand und Wohlbefinden zeigt sich demnach so auch in vielen Studien. Doch ein statistischer Zusammenhang allein sagt noch nichts darüber aus, welches der zwei Dinge das jeweils andere verursacht.

Britische Forscher haben sich das Zusammenspiel von Glück und Reichtum deshalb nun genauer angesehen – in einer Langzeitstudie, um über die Zeit nachvollziehen zu können, ob Geld tatsächlich glücklich macht oder ob es womöglich genau umgekehrt ist.

Das Ergebnis ihrer Untersuchung ist für jene, die bisher eifrig dem Geld hinterherliefen, um auch ein Stück des Glückes zu erhaschen, ein herber Schlag.

Glücklich sein macht reich – nicht umgekehrt

Denn Jan-Emmanuel De Neve vom University College London und Andrew Oswald von der University of Warwick fanden heraus, dass Glück das Fundament für späteren Wohlstand ist – zumindest eines Teiles davon.

Die Wissenschaftler analysierten die Daten von mehr als 10.000 Versuchsteilnehmern, die jeweils im Alter von 16, 18 und 22 Jahren auf einer Skala von eins bis fünf angeben sollten, wie zufrieden sie mit ihrem Leben seien.

Dann setzten die Forscher dieses Wohlbefinden in der Pubertät in Beziehung zum späteren Gehalt im Alter von 29 Jahren. Dabei stellte sich heraus: Besonders glückliche Teenager verdienten später zehn Prozent mehr als der Durchschnitt, besonders unglückliche dagegen rund 30 Prozent weniger.

Das Ergebnis war unabhängig davon, ob die Teilnehmer mit 29 Jahren eher zufrieden oder eher unzufrieden mit ihrem Leben waren. Auch die Bildung, der Intelligenzquotient, die Gesundheit oder das Selbstbewusstsein der Probanden spielten dabei keine Rolle.

Wer zufrieden ist denkt optimistischer

Die Forscher untersuchten daher noch einmal separat, wie sich die eher glücklichen und eher unglücklichen Teilnehmer in ihren Lebensentscheidungen und Persönlichkeitseigenschaften unterschieden.

Einen direkten Einfluss gab es von der Lebenszufriedenheit auf Optimismus und damit auf berufliche Entscheidungen: Die glücklicheren Teenager waren gleichzeitig weniger ängstlich, aufgeschlossener und viel optimistischer als andere und schlossen eher eine Ausbildung oder ein Studium erfolgreich ab.

Danach starteten sie wiederum schneller in den ersten Job: Sie wurden häufiger eingestellt und auch befördert. Doch selbst nach der Schulzeit und der ersten Ausbildungsphase, zwischen 22 und 29 Jahren, gab es noch ausgeprägte Effekte.

Auch kleine Unterschiede haben Konsequenzen

Teilnehmer, die mit 22 Jahren auf der Skala für Lebenszufriedenheit eine fünf statt einer vier angegeben hatten, also nur einen Hauch glücklicher waren als andere, verdienten mit 29 Jahren durchschnittlich 2000 Dollar mehr im Jahr.

Eine beachtliche Summe, wenn man bedenkt, dass es sich bei den Probanden um Berufsanfänger handelt. Die Diskrepanz im Gehalt driftet mit zunehmender Berufserfahrung vermutlich noch erheblich weiter auseinander.

"Diese Studie dreht eine der berühmtesten Fragen der Sozialwissenschaften um", schreiben De Neve und Oswald in der Fachzeitschrift "PNAS". "Für Entscheidungsträger bedeutet das Ergebnis, dass eine glücklichere Gesellschaft möglicherweise eine ist, die ihren Bürgern eher innere Belohnungen statt Geld liefert. Traditionell hat man sich bisher auf das Gegenteil konzentriert."

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    16 Prozent der deutschen Fach- und Führungskräfte reden offen über ihr Einkommen. In Frankreich sind es 42 Prozent.

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    Zwei Drittel der Deutschen fühlen sich unterbezahlt.

  • Ungleichheit

    15.000 Euro verdienen Frauen im Schnitt weniger als Männer.

  • Variabilität

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    Zwei Drittel der Deutschen sind der Meinung, dass eine gute Bezahlung hohe oder sehr hohe Bedeutung für das Image eines Unternehmens als Arbeitgeber hat.

  • Spitzeneinkommen

    Berufserfahrene Ärzte sind mit einem Durchschnittsjahresgehalt von 90.000 Euro Deutschlands Top-Verdiener.

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    Wer promoviert hat, verdient das knapp 2,5-Fache eines Arbeitnehmers, der eine Ausbildung absolviert hat.

  • Stellenausschreibung

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    Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern zahlen mit Abstand die höchsten Gehälter.

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    Mitarbeiter in der Pharmaindustrie verdienen im Schnitt eineinhalb Mal so viel wie ihre Kollegen im Hotel- und Gastrogewerbe.

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