18.09.12

Tödliches Hantavirus

Deutsche USA-Touristen möglicherweise infiziert

Erneut haben sich Menschen im Yosemite-Nationalpark mit Hantaviren angesteckt: Das Virus ist gefährlicher als die Hantaviren, die hierzulande vorkommen. Nun werden auch 200 deutsche Parkbesucher untersucht.

Foto: pa

Der Yosemite-Nationalpark ist vor allem für seine Mammutbäume und die spektakuläre Felsenlandschaft bekannt. Jedes Jahr zählt der Park rund vier Millionen Besucher. Doch nun verbreiten Mäuse lebensgefährliche Viren
Der Yosemite-Nationalpark ist vor allem für seine Mammutbäume und die spektakuläre Felsenlandschaft bekannt. Jedes Jahr zählt der Park rund vier Millionen Besucher. Doch nun verbreiten Mäuse lebensgefährliche Viren

Mehr als 200 deutsche Gäste des kalifornischen Yosemite-Nationalparks werden auf eine mögliche Infektion mit lebensbedrohlichen Hantaviren untersucht.

Wie eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin mitteilte, waren sie in dem Nationalpark auf einem Campingplatz gewesen, seit das Virus dort im Juli das erste Mal aufgetaucht war.

"Natürlich können auch Deutsche betroffen sein", sagte die Institutssprecherin. Die Touristen werden nun von den zuständigen Gesundheitsämtern untersucht. Bisher sei jedoch keine Infektion bekannt geworden. Die Ansteckungsgefahr sei zwar sehr gering, doch sie könne potenziell lebensbedrohlich sein, sagte die Sprecherin.

Drei infizierte US-Amerikaner gestorben

Mindestens neun Menschen haben sich in jüngster Zeit in dem Park in Kalifornien mit dem Hantavirus angesteckt. Anfang September waren drei US-Amerikaner nach dem Besuch daran gestorben. Die anderen Infizierten – ebenfalls Amerikaner – erholten sich wieder von der Erkrankung. Wie viele Deutsche seit dem ersten Todesfall Ende August insgesamt im Nationalpark unterwegs waren, ist laut RKI unklar.

Der Virustyp aus dem Yosemite ist wesentlich lebensbedrohlicher als die Hantaviren, die in Deutschland vorkommen. Das Hantavirus wird über den Kot von Nagetieren, vor allem von Mäusen, verbreitet. Der Mensch nimmt den Erreger über die Atemluft auf.

Symptome ähneln denen einer Grippe

Nach einer Inkubationszeit von einer bis sechs Wochen bekommt der Patient hohes Fieber, Schüttelfrost, Muskel- und Kopfschmerzen. Die Erreger können auch die Lunge oder Nieren befallen und Blutungen auslösen.

Vier bis zehn Tage nach der ersten Phase der Krankheit können nach RKI-Angaben unter anderem Husten und Kurzatmigkeit auftreten. Bei ersten Anzeichen sollten sich die Urlauber sofort medizinischen Rat holen.

Warnungen an 260.000 Besucher verschickt

Die amerikanische Behörde zur Bekämpfung von Krankheiten (CDC – Centers for Disease Control and Prevention) erweiterte indessen eine Warnung auf das gesamte Parkgebiet, nachdem ein erster Infektionsfall außerhalb des Campingplatzes bekannt geworden war. Die Parkverwaltung hat entsprechende Warnungen an rund 260.000 Besucher verschickt, die seit Juni im Park übernachtet haben.

Nach Informationen der US-Behörde zur Seuchenkontrolle (CDC) sind in den USA zwischen 1993 und 2011 insgesamt 587 Hantavirus-Erkrankungen bekanntgeworden. Etwa jede dritte endete tödlich.

Mehr Informationen zum Thema:

Informationen des Parks zum Hantavirus

Quelle: dpa/oc
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