27.08.12

Kardiologie-Studie

Schlanke mit dickem Bauch haben hohes Sterberisiko

Ein dicker Bauch gefährdet insbesondere die Gesundheit normalgewichtiger Menschen. Das geht aus einer Studie hervor.

Foto: info@helga-lade.de
Normalgewicht bei fettreicher Taille ist gefährlicher als alle anderen fünf Kombinationen von Body-Mass-Index (BMI) und Fettverteilung
Normalgewicht bei fettreicher Taille ist gefährlicher als alle anderen fünf Kombinationen von Body-Mass-Index (BMI) und Fettverteilung

Der Blick auf die eigene Körpergröße und das Gewicht mag vielleicht beruhigen: Wer einen Body Mass Index (BMI) von unter 25 hat, wiegt sich in Sicherheit, denn damit – so scheint es – ist das Risiko für gewichtsbedingte Herz-Kreislauf-Risiken gering. Der BMI berechnet sich nach der Formel M / L2, wobei M die Körpermasse in Kilogramm bezeichnet und L2 die Länge in Metern mit sich selbst multipliziert (also etwa 1,82m mal 1,82m). Soweit jedenfalls die verbreitete Annahme. Viele Jahre galt der BMI als der wichtigste Indikator für das Risiko, gewichtsbedingt eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu bekommen und daran letztlich auch zu sterben.

Doch am Montag haben Mediziner auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in München eine Studie vorgestellt, die dem widerspricht. Demnach gefährdet ein dicker Bauch sogar die Gesundheit gerade jener Menschen, die an sich normalgewichtig sind. Sie haben ein deutlich höheres Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Krankheit zu sterben, als Menschen mit einer anderen Fettverteilung im Körper. Damit weisen Forscher erneut darauf hin, dass der BMI als alleiniges Maß für Gesundheitsrisiken von Übergewicht zu kurz greift. Wesentlich ist demnach auch, wie sich das Körperfett verteilt.

Die Forscher um Professor Karine Sahakyan hatten 12.785 US-Amerikaner im Alter von mindestens 18 Jahren untersucht. Sie unterteilten die Menschen in drei Gruppen mit unterschiedlichem Body Mass Index, also dem Verhältnis von Gewicht zu Größe: normal, übergewichtig (BMI größer 25) und fettleibig (BMI größer 30). Zudem wurde jede dieser drei Gruppen in zwei Untergruppen geteilt – je nach Verhältnis von Taille zu Hüfte.

Normalgewicht bei fettreicher Taille gefährlich

Bei einer Erhebung 14,3 Jahre nach der ersten Datenerfassung waren 2562 der Studienteilnehmer gestorben, darunter 1138 an einer Herz-Kreislauf-Krankheit. Das höchste Todesrisiko aller sechs Untergruppen hatten demnach normalgewichtige Studienteilnehmer mit einem hohen Verhältnis von Taille zu Hüfte – also Normalgewichtige mit jedoch "weiter" Taille, das heißt: einem "üppigen" Bauch. "Die Gesamtsterblichkeit und die Herz-Kreislaufsterblichkeit in der Gruppe mit normalem BMI und hohem Taille-Hüft-Verhältnis war sogar höher als bei Fettleibigen", berichteten die Studienautoren auf der Münchner Tagung. Normalgewicht bei fettreicher Taille sei daher gefährlicher als alle anderen fünf Kombinationen von BMI und Fettverteilung.

In den vergangenen Jahren bestätigten schon mehrere Studien unter anderem des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke (DIfE), dass die Fettablagerungen am Bauch besonders schädlich sind. Eigentlich dient dieses sogenannte viszerale Fett in der Bauchhöhle als Speicher für besondere körperliche Anstrengungen. Von dort aus kann rasch Energie freigesetzt werden. Für den Menschen in früheren Zeiten von vorübergehender Nahrungsknappheit war dieses Depot überlebenswichtig. Das viszerale Fettgewebe umhüllt die Verdauungsorgane. Das Problem: Gerade die Zellen des Bauchfetts setzen Botenstoffe frei, die chronische Entzündungen hervorrufen. Die wiederum schädigen das Herz und die Stoffwechselorgane. Durch die hohe hormonelle Aktivität der Fettzellen wird auch die Gefäßverkalkung unter anderem im Herz begünstigt. Warum gerade das Bauchfett diese Stoffe produziert, ist allerdings noch ungeklärt.

Der Body Mass Index ist nicht alles

Der BMI ist also keineswegs für sich alleine sehr aussagekräftig, um das Herz-Kreislaufrisiko zu bestimmen. Der Bauchumfang sollte auf jeden Fall mitbetrachtet werden – neben Faktoren wie körperliche Bewegung, Blutfettwerte und Nikotinkonsum. Ab einem Bauchumfang von 80 Zentimetern bei Frauen und 94 Zentimetern bei Männern steigt Experten zufolge das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Gemessen wird der Umfang in der Mitte zwischen dem Rippenbogen und dem Beckenkamm, der als seitliche Vorwölbung am oberen Teil des Beckenknochens tastbar ist.

Quelle: dpa/sei
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams
Kristall Sauna Therme   Ludwigsfelde in Brandenburg bei Berlin   das grov¸e Angebot fv r Baden Wellness und Sauna vor. FKK und Sportbad.
19:08Ludwigsfelde
Freizeitbad vor den Toren Berlins warnt vor Sextätern

Die Kristall Saunatherme in Ludwigsfelde geht nach sexuellen Übergriffen in dem Freizeitbad in die Offensive: In Zusammenarbeit mit der Polizei installierten die Verantwortlichen Videokameras. mehr...


Rammstein-Frontman Till Lindemann auf der Bühne in Moskau
19:40Terminvorschau
Das bringt der Tag in Berlin am Freitag

Berlin hat jeden Tag Neues zu bieten. Politische Termine, Demonstrationen, Prozesse, Theater, Konzerte. Hier finden Sie eine Auswahl der Berliner Morgenpost für Freitag, den 24. Mai. mehr...


Die Aufbauarbeiten laufen, der Veranstalter erwartet 100.000 Fußballfans zum Champions-League-Finale auf der Fanmeile in Berlin
16:04Champions League
Fanmeile zum Finale soll Party mit Videoüberwachung werden

Auf der Berliner Fanmeile zur Champions League erwartet der Veranstalter trotz Regen 100.000 Menschen. Ein umfassendes Sicherheitskonzept soll mit dazu beitragen, dass das Party-Konzept aufgeht. mehr...

Ein saniertes und ein unsaniertes Wohnhaus in der Neuen Bahnhofstraße am 09.04.2013 in Berlin in Friedrichshain. Foto: Jens Kalaene/dpa
18:51Mietspiegel
Berliner Durchschnittsmiete steigt um mehr als sechs Prozent

Der Berliner Mietspiegel ist erneut gestiegen, wenn auch weniger stark als zuvor. Wer möglichst stabile Mieten möchte, sollte aktuell in Wohnungen ziehen, die zwischen 1950 und 1990 errichtet wurden. mehr...

Leser-Kommentare 1 Kommentar
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Queen of Soul Aretha Franklin braucht eine kleine Auszeit
USA Bär spaziert durch Vorort von Los Angeles
London Islamisten töten britischen Soldaten
Deutsche Welle In Norditalien kommt die Erde nicht zur Ruhe
 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Bilder von oben

Das zerstörte Oklahoma City aus der Luft

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote