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15.04.09

Krankheiten

Gefahr durch Masern wird noch immer unterschätzt

Eine Erkrankung mit Masern darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Masern gehören zu den ansteckendsten Krankheiten überhaupt. Sie können schwere Komplikationen wie eine Entzündung der Hirnhaut, der Lunge oder des Herzens nach sich ziehen. Fachleute raten daher dringend zur Impfung.

© dpa
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Wie der Seuchen-Experte Günter Pfaff aus dem Stuttgarter Landesgesundheitsamt erklärt, sterben an diesem Virus in Europa auch heute noch Menschen. Masern gehören nach Auskunft des Fachmanns zu den ansteckendsten Krankheiten überhaupt. Sie können schwere Komplikationen nach sich ziehen wie etwa eine Entzündung der Hirnhaut, der Lunge oder des Herzens.

Rein rechnerisch ist unter 1000 Masernfällen ein Mal mit der Folge einer Hirnhautentzündung zu rechnen. Sie kann tödlich enden oder zu bleibenden körperlichen Schäden führen. Bei etwa einem von 10000 Fällen kommt es außerdem zu der seltenen Spätkomplikation SSPE (subakute sklerosierende Panenzephalitis), bei der eine schleichende Schädigung des Gehirns über Jahre hinweg unweigerlich zum Tod führt.

Beim typischen Verlauf einer Masernerkrankung zeigen sich nach acht bis zehn Tagen erkältungsähnliche Symptome begleitet von Fieber, Abgeschlagenheit, brennenden Augen und Lichtempfindlichkeit. Ansteckend sind Masern aber bereits einen Tag vor Auftreten der ersten Krankheitszeichen. In der Regel zeigt sich vier Tage nach den ersten Symptomen ein roter Hautausschlag, der hinter den Ohren beginnt und sich nach und nach über Gesicht und Rumpf ausbreitet.

Eine Impfung gegen Masern ist dringend zu empfehlen. Bis zum 18. Lebensjahr übernehmen die Krankenkassen die Kosten. Die Immunisierung geschieht für gewöhnlich mit einem Mehrfach-Impfstoff, der auch gegen Mumps, Röteln und Windpocken schützt. Die Impfung sollte bis zum Ende des ersten Lebensjahres beginnen. Notwendig sind zwei Spritzen mit einem Mindestabstand von vier Wochen. Danach besteht in der Regel ein jahrzehntelanger Schutz. Nach der Impfung kann es vereinzelt zu abgeschwächten Masernsymptomen kommen. Die Unannehmlichkeiten dieser "Impfmasern" stünden aber in keinem Verhältnis zu der Gefahr, der sich nicht-immunisierte Menschen ein Leben lang aussetzen.

Experte Pfaff betont, dass die Impfung über den Schutz des Geimpften hinaus auch den der Mitmenschen sichere. Säuglinge in den ersten Lebensmonaten beispielsweise oder Patienten mit Immunschwäche könnten gegen Masern nämlich nicht immunisiert werden – an dem Virus aber durchaus schon erkranken. Abzuraten sei von sogenannten Masern- Partys, bei denen erkrankte Kinder bewusst mit Spielkameraden für eine Ansteckung zusammengebracht werden. Eine Impfung sei besser. dpa/LF

Quelle: dpa/LF
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