Gesundheit
Einfluss des Mondes ist ein Mythos
Der Mond fasziniert die Menschen seit jeher: Besonders in Bezug auf die Gesundheit werden dem Erdtrabanten geheimnisvolle Kräfte zugesprochen. Wissenschaftler sind jedoch skeptisch - ein direkter Einfluss des Mondes sei bislang nicht bewiesen.
Apollo-11-Mission: Neil Armstrong und Edwin Aldrin landeten am 20. Juli 1969 als erste Menschen auf dem Mond. Die Aufnahme stammt aus der Kamera von Armstrong, ...
Vor allem Schlafprobleme werden oft dem Mond zugeschrieben – meist zu Unrecht, wie der Schlafforscher Jürgen Zulley aus Regensburg meint: "Es ist wissenschaftlich gut belegt, dass die Mondphasen keinen Einfluss auf die Schlafqualität haben." Allenfalls könnte das der Fall sein, wenn der Vollmond direkt in das Schlafzimmerfenster scheint.
Schwerer wiegt laut Prof. Zulley daher das psychologische Phänomen der selbsterfüllenden Prophezeiung: "Ich gehe davon aus, dass ich bei Vollmond schlechter schlafe – also bin ich angespannt und schlafe tatsächlich schlechter."
Ein anderes "Mondphänomen" ist die Zunahme von Geburten in Vollmondnächten. "Es gibt immer wieder Hebammen, die sagen: Ja, das ist so", sagt Edith Wolber vom Bund Deutscher Hebammen. Die Statistiken ließen einen entsprechenden Schluss aber nicht zu.
Das Phänomen lässt sich laut Edgar Wunder ebenfalls psychologisch erklären. Der Soziologe an der Uni Heidelberg hat zahlreiche Studien zusammengetragen, die etwa den Zusammenhang der Mondphasen mit Geburten oder Verkehrsunfällen untersuchen – fast alle fallen negativ aus.
Dennoch gibt es seit Jahren einen boomenden Markt für Mondkalender und vergleichbare Ratgeber. Beispiel Diäten: "Bei zunehmendem Mond sollte man kürzer treten und "Dinner-Cancelling" betreiben", rät das Autorenpaar Johanna Paungger und Thomas Poppe. Die Nahrung verwandele sich in dieser Zeit leichter in Übergewicht als bei abnehmendem Mond. Wichtig sei der Mondstand auch für Operationen: "Legen Sie den Termin, wenn es geht, auf den abnehmenden Mond", rät Poppe – die Heilung verlaufe schneller.
Dazu hat der Soziologe Wunder jedoch eine eigene Studie vorgenommen. Daran nahmen 228 Patienten in einem Krankenhaus in Oberösterreich teil, denen eine Knie- oder Hüftprothese eingesetzt wurde. Das Ergebnis: Ein Einfluss der Mondphasen konnte nicht nachgewiesen werden. Laut Wunder handelt es sich bei "Mondgläubigkeit" um eine Art Selbstberuhigung: "Sie steigert die subjektive Sicherheit."
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