Psychologie
Glück breitet sich wie eine Welle aus
Zwei Jahre lang waren US-Forscher dem Geheimnis des Glücks auf der Spur – ihre Erkenntnis: Glück ist kein Zustand, den ein Mensch ganz allein erreichen kann. Vielmehr wirkt ein positives Lebensgefühl äußerst ansteckend und infiziert am Ende wie ein Virus auch weit entfernte Menschen.
Von Anja Gröber
Ein Patentrezept zum Glücklichsein gibt es nicht. Doch US-Forscher haben jetzt zumindest einen guten Rat, wie man dem eigenen Glück nachhelfen kann.
Man sollte sich mit möglichst vielen glücklichen Menschen umgeben, dann erhöht man die Chance selber glücklich zu werden – um bis zu 34 Prozent. "Diese Strategie wirkt besser als alles Geld der Welt", erläutert James Fowler von der University of California in San Diego, "5000 Dollar steigern das persönliche Glück hingegen nur um durchschnittlich zwei Prozent".
Im "British Medical Journal" erklärt der Forscher, dass Glücklich zu sein kein Ziel sei, das ein Mensch allein erreichen könne. "Wir sind alle miteinander verbunden, und ebenso verhält es sich mit unserem Glück."
Zwei Jahre lang hat er mit seinem Kollegen Nicholas Christakis von der Harvard Medical School ein soziales Netzwerk aus 5000 Menschen mit über 50.000 sozialen Kontakten untersucht. Fühlt sich ein Mensch gut, so fanden die Forscher, steckt er damit Freunde, Familienmitglieder und Nachbarn an. Diese geben die positive Stimmung wiederum weiter. Die so entstehende Glückswelle beeinflusst sogar noch Menschen, die drei Grade von der Ursprungsperson entfernt sind. Geht man direkt mit einer fröhlichen Person um, steigt die Wahrscheinlichkeit um 15 Prozent, selbst fröhlich zu werden. Der Freund eines Freundes erhöht das eigene Glück um zehn Prozent und dessen Freund immerhin noch um sechs Prozent. "Dies belegt, wie viel Kraft die Gesellschaft anderer Menschen besitzt", sagt Fowler.
Wer sich erfolgreich mit dem Glück anderer anstecken möchte sollte aber darauf achten, sich mit den fröhlichen Bekannten direkt zu treffen. Denn wie Viren und Bakterien verbreitet sich das Glück umso besser, je näher man der "infizierten" Person kommt. Den größten Einfluss haben der Studie zufolge direkte Nachbarn, sowie Freunde und Geschwister innerhalb eines Umkreises von weniger als zwei Kilometern.
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