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20.11.08

Feineinstellung

So wird das Fernsehbild besser

Ein Meer von Fernsehbildschirmen: Auf jedem sieht das Bild anders aus – mal heller, mal schärfer, mal farbiger. Im Fachgeschäft fällt die Wahl nicht leicht. Im heimischen Wohnzimmer sieht das Bild dann meist wieder ganz anders aus. Alles eine Sache der Bildschirmeinstellung, sagen Experten und geben Tipps.

© dpa
Internationale Funkausstellung
Im Fachgeschäft fallen die unterschiedlichen Einstellungen des Fernsehbildes auf den einzelnen Bildschirmen besonders auf.

Oft sind die Besitzer eines neuen Fernsehers ein wenig enttäuscht, wenn sie das Gerät erstmals zu Hause in Gang bringen. Das liegt meist daran, dass im Geschäft noch ein hochauflösendes HDTV-Signal mit gestochen scharfen Bildern auf dem Apparat lief, während daheim nur ein DVB-T-Signal anliegt. Vieles ist aber auch "Einstellungssache".

Die Hersteller stellten ihre Geräte so ein, dass sie im Laden gut aussehen, sagt Friedrich Gierlinger, Experte für Videomesstechnik am Institut für Rundfunktechnik in München. Da sei dann zum Beispiel die Farbtemperatur vergleichsweise kalt. Das sehe "knackig" aus, sei aber keineswegs ideal für zu Hause. Beispielsweise muss bedacht werden, dass die Lichtverhältnisse im Wohnzimmer andere sind als beim Händler.

Die meisten Kunden belassen es bei den Standardeinstellungen, sagt Georg Wilde vom Hersteller Philips in Hamburg. Allerdings gebe es Installationsassistenten, die den Nutzer Schritt für Schritt durch das Set-up führten. Darin gibt der Anwender zum Beispiel an, wo das Gerät aufgestellt ist.

Zu viel Kontrast wirkt unangenehm

Voreinstellungen wie etwa "Lebhaft" geben besonders kräftige Farben - passend zu Cartoons oder Musikvideos. Oft geben Anwender zu viel Kontrast, was auf Dauer unangenehm wirkt. Zu viel Helligkeit hat zur Folge, dass dunkle Bereiche verschwimmen: Aus Schwarz wird Grau. Auch maximal eingestellte Schärfe kann zu Störungen führen.

Technikexperte Hannes Rügheimer von der Zeitschrift "TV Movie multimedia" empfiehlt, die Farbeinstellung mit der "Tagesschau" um 20 Uhr vorzunehmen. Der Mensch reagiere besonders empfindlich auf unnatürliche Hauttöne. Schaffe man es, den Fernseher so einzustellen, dass das Gesicht der Nachrichtensprecher natürlich wirke, sei dies eine gute Grundlage auch für andere Sendungen. Denn bei den Nachrichten handelt es sich um hochwertig produzierte Sendungen mit natürlichen Farben.

Manche DVDs enthalten im Bonusmaterial den "THX Optimizer", eine Software, mit deren Hilfe der Anwender Bild und Klang so einstellen können soll, wie es sich der Regisseur vorgestellt hat. Das Programm zeigt den Farbverlauf von Schwarz nach Weiß in Form einer Grautreppe. "Der Anwender muss dann Helligkeit und Kontrast so justieren, dass die einzelnen Stufen detailliert dargestellt werden", erklärt Rügheimer.

Das perfekte Bild gibt es nicht

Und mancher Fernseher wartet mit versteckten Funktionen auf. Die bestehen laut Rügheimer meist darin, dass Voreinstellungen wie "Movie" oder "Natural" vom Anwender noch modifiziert werden können. "Davon würde ich jedoch die Finger lassen. Das ist etwas für Fachleute, die teilweise mit Messgeräten arbeiten."

Das perfekte Bild werden private Fernsehnutzer derzeit sowieso nicht hinbekommen. Das Problem: "Der Endkunde hat keine Referenzwerte", sagt Friedrich Gierlinger. Er wünscht sich daher eine Normeinstellung, die jeder Nutzer quasi per Knopfdruck abrufen könnte, um auf diese Weise automatisch das bestmögliche Ergebnis zu erhalten. Entsprechende Vorschläge gebe es, aber leider keine Einigung unter den Herstellern.

Nicht zu vergessen: das Antennenkabel. Es sollte ein doppelt abgeschirmtes, muss aber nicht das teuerste sein, sagt Rügheimer.

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