11.09.07

Umwelt

In Frankfurt wachsen sogar fleischfressende Pflanzen

Füchse, Falken, Fledermäuse: Zwischen den Bankentürmen der Mainmetropole existiert ein pralles Leben. Mit einer Kampagne wollen Forscher das Bewusstsein der Menschen schärfen und zeigen, wie reich der urbane Raum an biologischer Vielfalt ist.

Foto: PA
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14 verschiedene Fledermausarten, sechs heimische Orchideen, Füchse oder Falken sind nach Angaben von Wissenschaftlern innerhalb der Stadtgrenzen zu Hause. Auf die große Artenvielfalt in der größten hessischen Stadt will eine Kampagne des Netzwerks "BioFrankfurt" in den kommenden zwei Jahren hinweisen. "Kein Mensch denkt bei Frankfurt an Natur", sagte Prof. Rüdiger Wittig von der Universität Frankfurt am Dienstag. "BioFrankfurt" ist ein Zusammenschluss verschiedener Forschungs- und Umweltorganisationen, darunter Universität, Senckenberg-Institut und World Wide Fund for Nature (WWF).

Bisher sei nur wenigen Frankfurtern der Artenreichtum vor ihrer Haustür bewusst, meist werde die Stadt vor allem mit Banken, Börse oder Kriminalität verbunden, sagte Wittig. Dabei lebten 1300 verschiedene Pflanzenarten dort, im Stadtwald gebe es 424 der in Deutschland vorkommenden Spinnenarten und 1400 verschiedene Käfer. Sogar eine fleischfressende Pflanze habe Frankfurt zu bieten: Der "Wasserschlauch" lauert in stehenden Gewässern auf vorbeischwimmende Beute aus kleinen Wassertieren. Die Pflanze hat an ihren Blättern Fangblasen, in denen Unterdruck herrscht. Sobald ein Beutetier die Blase berührt, öffnet sie sich und saugt das Tier hinein. Wo genau diese Pflanze in Frankfurt zu finden ist, wollte Wittig allerdings nicht verraten.

Ziel der Kampagne ist es, die Kenntnis über die heimische Natur unter die Menschen zu bringen. Dazu werden Vorträge, Ausstellungen, Führungen und Veranstaltungen für Schulen angeboten. Ein geschärftes Bewusstsein für die natürliche Artenvielfalt in ihrer unmittelbaren Umgebung könne Menschen motivieren, sich für ihren Erhalt einzusetzen, sagte Prof. Bruno Streit, Direktor des Universitäts- Instituts für Ökologie, Evolution und Diversität.

Die Kampagne kostet nach Angaben von "BioFrankfurt" rund 800.000 Euro, den größten Teil trägt die Stiftung Flughafen Frankfurt/Main für die Region. Anlass ist die Weltnaturschutzkonferenz im nächsten Jahr in Deutschland.

Quelle: dpa/oc
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